„Der Prophet unserer Zeit“

Foto: Kleve

Kleve.. Drei apostolische Reisen unternahm Papst Johannes Paul II. während seiner 26jährigen Amtszeit nach Deutschland. Eine Ausstellung in der Wasserburg Rindern erinnert daran, wie der polnische Papst in den Jahren 1980, 1987 (auch in Kevelaer) und 1996 nicht nur Politiker, sondern auch Künstler, Professoren, Behinderte, Arbeiter, evangelische Christen und Juden traf.

Unter dem Motto „Pontifex – Brückenbauer – Johannes Paul II. in Deutschland“ sind auf zahlreichen Tafeln bemerkenswerte Aussprüche des ehemaligen Papstes abgedruckt. Fotografien erinnern an die Orte und Umstände der Begegnungen.

Wendepunkt zum
Fall der Berliner Mauer

Zur Eröffnung der Ausstellung konnte Wladyslaw Pisarek, Vizepräsident des Bundes der Polen in Deutschland und Vorsitzender der polnischen Gemeinde in Kleve, zahlreiche prominente Katholiken begrüßen. Pfarrer Boguslaw Ostafin von der Delegatur der Deutschen Bischofskonferenz für die Polnischsprachige Seelsorge in Deutschland fasste das Ziel der Ausstellung zusammen: „Wir wollen auf die Aktualität der Papstreisen hinweisen und zum Nachdenken anregen.“ Für Dr. Kurt Kreiten, Direktor der Wasserburg Rindern, stand fest: „Johannes Paul II. war nicht nur für die Polen eine der größten Persönlichkeiten, sondern für die ganze katholische Kirche.“ Bürgermeister Theo Brauer ergänzte: „Dieser Papst hat maßgeblich zur Öffnung Europas beigetragen.“ Das fand auch Henryk Muszynski, der emeritierte Erzbischof von Gnesen: „Am Pfingstfest 1979 hielt Johannes Paul II. in Gnesen eine Rede an die vergessenen Völker. Das war der entscheidende Wendepunkt, der letztlich zum Fall der Berliner Mauer führte. Er war der größte Prophet unserer Zeit.“

Ein häufiger Gast bei Johannes Paul II. war Werner Stalder, ehemaliger Pressesprecher des Internationalen Karl Leisner Kreises (IKLK). „Glaube und Mut waren bezeichnend für das Leben des Papstes und kennzeichnend für sein ganzes Pontifikat“, sagte er. 1996 sprach Johannes Paul II. den in Kleve aufgewachsenen und im Konzentrationslager Dachau verstorbenen Priester Karl Leisner selig. „Das war eine wichtige Seligsprechung“, habe der Papst ihm während eines Rom-Besuches nach der Seligsprechung des gesagt. So ist es nur konsequent, dass auch der IKLK auf zusätzlichen Tafeln innerhalb der Ausstellung an Karl Leisner erinnert.

Ausstellung läuft noch bis zum 20. März

Der Regionalbischof für den Niederrhein, Weihbischof Wilfried Theising, bekannte, wie sehr Johannes Paul II. ihn als Jugendlicher begeistert habe. „Ich habe mich unwahrscheinlich angesprochen gefühlt durch seine Begeisterungsfähigkeit“, sagte er. In der Dokumentation finde er daher auch etwas von seinem eigenen Leben wieder. „Seine Wirkkraft hat mit seinem Tod nicht aufgehört.“ Am 1. Mai wird er von Papst Benedikt XVI. seliggesprochen.

Bei der Ausstellungseröffnung anwesend waren auch die Tochter Karl Leisners, Elisabeth Haas, sowie der emeritierte Pfarrer Fritz Leinung, der die polnisch-deutsche Freundschaft in Kleve unermüdlich vorangetrieben hat.Die Ausstellung läuft noch bis zum 20. März jeweils von 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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