„Der Minoritenplatz lähmt uns“

So wird es vermutlich niemals werden. Die Klever Politik distanziert sich deutlich von den Sontowskiplänen.
So wird es vermutlich niemals werden. Die Klever Politik distanziert sich deutlich von den Sontowskiplänen.
Foto: NRZ
Die Grünen und FDP wollen das Projekt am liebsten begraben. Die CDU stellt kritische Fragen und die SPD warnt vor „baulichen Exzessen“

Kleve..  Die Fraktionen waren in ihrer skeptischen Haltung zu den Vorschlägen der Unterstadtbebauung erstaunlich einmütig: So nicht! Siegbert Garisch brachte es in seiner Rede auf den Punkt: „Der Minoritenplatz lähmt uns“.

Garisch ging mit den Sontowskiplänen hart ins Gericht: „Sontowski hat uns in den vergangenen Monaten weder ein akzeptable Planung noch eine Geschäftsbesatz in dem ihm gesetzten Fristen vorlegen können. Die „Fristverlängerung“ für Sontowski & Partner ist deshalb unnütz und paralysiert die dringend notwendige neue Stadtentwicklung!“ Die Grünen fordern jetzt „mehr Respekt gegenüber Klever Investoren“. Die Fixierung auf die alten Planungen lähme ein sachliche und realistische Weiterentwicklung, so Garisch.

Ähnlich sieht es Daniel Rütter von der FDP: „Weder kann man die Menschen die Kosten für den Rathausneubau erklären, [...] noch kann man sie davon überzeugen, weshalb in Kleve nun auf einmal ein Einkaufszentrum auf dem Minoritenplatz benötigt. Beides, so ist unsere Überzeugung, würde Kleve nicht gut tun.“ Das Einkaufszentrum stelle eine „ernsthafte Gefahr für die gewachsene Identität der Innenstadt dar“. Rütter erläuterte, dass Sontowski in der Vergangenheit Einkaufszentren entwickelt habe, die später an Dritte, „in der Regel ebenfalls Fonds“, veräußert habe: In Kleve müsse man sich die Frage stellen, „ob man dieses Geschäftsmodell als für Kleve wegweisend erachtet und wenn ja welche Konsequenzen sich daraus für die Stadt ergeben könnten.“

Udo Janssen (CDU) sagte: „Für die CDU-Fraktion kann ich hier heute schon ausführen, eine Zustimmung von uns wird es nur geben, wenn der Investor einen solchen Vorschlag vorlegt, dass wir der Ansicht sind, dass es, wie wir dies immer gefordert haben, ein Maßanzug für die Stadt Kleve sein wird, architektonisch, wie auch mit dem Besatz des Baukörpers.“ Sollte es zu einer Ablehnung kommen, „muss meineserachtens komplett neu überlegt werden“, so Janssen. „Unsere Innenstadt lebt von der Enge und Gemütlichkeit. Dieses muss bei allen Planungen bedacht und bewahrt werden.“

Die SPD warnt vor baulichen Exzessen wie beim neuen Hotel geschehen. Die Politik sollte Obacht geben. Der Neubau des Hotelkomplexes in der Unterstadt werde „jetzt mal eben 1,30 Meter höher als die ursprünglichen – offiziellen – Planungen des Bauherren es vorsahen“, so der Fraktionsvorsitzende Alexander Frantz.

 

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