Der Kampf zwischen Gut und Böse

Uedem-Keppeln..  Es war ein Gegenbesuch: Nachdem die Böllerschützen aus Keppeln bereits im niederländischen Ravenstein zu Gast waren, zeigten einige Mitglieder der dortigen St.-Barbara-Gilde am 9. Oktober in Keppeln das so genannte Fahnengebet. Zuvor hatten die in bunte Uniformen gekleideten Niederländer bereits im Gottesdienst mitgewirkt und am Totengedenken teilgenommen.

Schwenken mit System

Wout Heessen erklärte dem Publikum, was es mit dem Fahnengebet auf sich hat: Das Schwenken der Fahnen, begleitet von rhythmischen Trommelschlägen, symbolisiere den Kampf zwischen Gut und Böse, erklärte er. Immer wieder balancierten die Fahnenschwenker die Fahne um ihren Hals, um Arme und Beine als Zeichen dafür, vom Bösen drangsaliert zu werden. Zwischendurch jedoch wurde die Fahne auch über dem Kopf geschwenkt und kunstvoll in die Luft geworfen: „Das symbolisiert das Gebet an den Höchsten“, erläuterte Heessen, „Gott wird um Beistand in dem Kampf gebeten. Und selbst in größter Not weiß der Fahnenschwenker, dass er darauf vertrauen kann, dass Gott ihn am Ende wieder aufrichtet.“

Vor den niederländischen Gästen hatte bereits die St.-Sebastianus-Bruderschaft Keppeln die deutsche Version des Fahnenschwenkens gezeigt. Auch sie hat einen christlichen Hintergrund: Nach einer festen Choreographie wird zum Fahnenwalzer ­– in Keppeln gespielt vom Musikverein König David – die Fesselung und anschließend die Entfesselung des Heiligen Sebastian nachgestellt. Peter Quinders von der Bruderschaft erläuterte: „Die Fahne wird beispielsweise um Handgelenke, Hals und Knöchel geschwenkt“.

Der Märtyrer Sebastianus

Erinnert wird damit an das Martyrium des im 3. Jahrhundert hingerichteten, ehemaligen römischen Soldaten Sebastianus. Als Mitglied der Leibwache des Kaisers hatte er sich zum Christentum bekannt und war daraufhin zum Tode verurteilt worden. An einen Baum gefesselt wurde er mit Pfeilen beschossen und, totgeglaubt, schließlich wieder abgebunden. Tatsächlich hatte er die Pfeilschüsse jedoch überlebt, später wurde er dann wegen seines Glaubens zu Tode geprügelt.

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