Der Herr der Farben

Künstler Hans Baumann (mitte) stellt in Uedems Hoher Mühle aus. Bei ihm: Kerstin Würth (HVV) und Mühlenwart Willi Holland.
Künstler Hans Baumann (mitte) stellt in Uedems Hoher Mühle aus. Bei ihm: Kerstin Würth (HVV) und Mühlenwart Willi Holland.
Foto: Anke Gellert-Helpenstein
Hans Baumann stellt seine farbenfrohen Bilder seit Samstag und noch bis zum 11. Dezember in Uedems Hoher Mühle aus. Bis auf zwei Werke sind alle verkäuflich

Uedem..  Ein Maler malt. Der Uedemer Hans Baumann gleich beruflich und privat. Denn bis 1997 verdiente er für sich und seine Familie den Lebensunterhalt als Maler/Anstreicher. Dann ging er in den wohl verdienten Ruhestand. Oder besser gesagt „Unruhestand“. Denn der heute 82-Jährige hat stets weiter gemalt. Etwas fernab zwar von seiner beruflichen Tätigkeit, aber genauso farbig.

Jede Menge Bilder entstanden so. Aquarelle, Acryl und Co mit Motiven aus Uedem und benachbarten Orten. Bauernhäuser, Nachbarschaften, Kirchtürme, dörfliche Strukturen. Außerdem Landschaften und hier und da auch Ereignisse. Alle sehr farbig, schön anzusehen. Und seit vergangenen Samstag auch in der Hohen Mühle in Uedem ausgestellt. Bis zum 11. Dezember, jeweils samstags und sonntags, 14.30 bis 18 Uhr, können Interessierte dort sehen und fühlen, wie Hans Baumann, der gebürtige Uedemer, seine Heimat sieht und spürt. Auf die Beine gestellt hat die Ausstellung der Heimat und Verkehrsverein (HVV) mit Michael Lehmann an der Spitze und Kerstin Würth, Geschäftsführerin.

Es ist eine alte Tradition des HVV, dass jeweils am ersten Adventswochenende eine Ausstellung mit meist heimischen Künstlern (im vergangenen Jahr haben gleich acht Künstler auf einmal ausgestellt) in der Hohen Mühle präsentiert wird. Die jetzige hat Mühlenwart Wilhelm Holland gemeinsam mit dem Künstler Baumann gestaltet und vorbereitet. „Einigen sind meine Bilder zu farbig“, verrät der Künstler Baumann im Gespräch mit der NRZ, der schon einmal vor neun Jahren mit seinen Werken an die Öffentlichkeit gegangen ist. „dabei ist es gerade die Farbe, die mich zum Malen motiviert.“ Als Maler durch und durch ist er so etwas wie der Herr der Farben mit dem Gespür für die richtige Kombination der verschiedenen Nuancen. Die Farben sind nie aufdringlich, sondern gut gewählt, unterstreichen die Motive und erzählen eigene Stimmungsgeschichten.

Geradezu fühlbar werden die lodernden Flammen, die auf einem Bild das Dorf auffressen. Ein Bild zur Geschichte der Gemeinde, denn Uedem fiel schließlich innerhalb von 200 Jahren gleich drei Bränden zum Opfer: 1618, 1685 und 1796. Aber auf den meisten Bildern ist die Welt des Malers Baumann in Ordnung. Zeigt Schlüterei, Kirchtürme, Bauernhöfe, Dorfstraßen. Hans Baumann: „Ich habe so viel gemalt… mittlerweile ist es genug, ich habe den Pinsel zur Seite gelegt.“ Alle Bilder stehen während der Ausstellung zum Verkauf. Bis auf zwei großformatige Werke. Das eine zeigt die Gemeinde und das andere den Hafen von Rotterdam. „Es ist meiner Frau Gerda gewidmet. Sie starb bereits 1996. Vorher hatten wir eine herrliche Dampferfahrt auf dem Rhein unternommen. Diese schöne Erinnerung habe ich in dem Bild fest gehalten.“ Und diese Erinnerung ist nicht verkäuflich.

 
 

EURE FAVORITEN