Der Flüchtige ist gefasst

Großfahndung der Polizei in Goch nach einem Forensikpatienten, der mit Waffengewalt befreit wurde. Ein Hubschrauber kreiste stundenlang über einem Feld an der Hommersumer Straße.
Großfahndung der Polizei in Goch nach einem Forensikpatienten, der mit Waffengewalt befreit wurde. Ein Hubschrauber kreiste stundenlang über einem Feld an der Hommersumer Straße.
Foto: NRZ
In Hassum fand ein aufmerksamer Zeuge eine Tasche, in der die scharfe Schusswaffe steckte. Sirad A. war wohl damit befreit worden. Polizei konnte den LVR-Patienten Samstag in Oberhausen verhaften

Kleve / Oberhausen..  Gefasst ist der Forensik-Patient, den seine Komplizin mit Waffengewalt vor eineinhalb Wochen beim Arztbesuch in Kleve befreit hatte. Er wurde am Samstag um 1.20 Uhr in Oberhausen verhaftet. Die Frau ist noch auf der Flucht.

Ein Gocher Zeuge hatten bereits am Freitag die Waffe entdeckt, mit der mutmaßlich seine Flucht möglich wurde. Vielmehr: Der Gocher hatte eine verdächtige herrenlose Tasche an der Hassumer Straße gesehen und sie der Polizei gemeldet. Die fand eben eine scharfe Faustfeuerwaffe des Kalibers .22 (Kleinkaliber) darin – und weitere Gegenstände. Die Polizei erhoffte sich davon Rückschlüsse auf den Aufenthaltsort der Gesuchten und gab den Fund deshalb aus ermittlungstaktischen Gründen erst mal nicht bekannt.

Die Fahnder ermittelten seit dem Fluchttag, 21. Mai, im persönlichen Umfeld der beiden Flüchtigen. Manche Anlaufadressen konnte ausgeschlossen werden, der Verdacht erhärtete sich aber, dass die Gesuchten im Bekanntenkreises von Sirat A. im Ruhrgebiet untertgetaucht waren. Die Fahndung konzentrierte sich Samstag auf Adressen in Oberhausen. Alarmierte Spezialeinsatzkräfte durchsuchten eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus in Oberhausen-Styrum. Und fanden Sirat A. Er ließ sich widerstandslos festnehmen. Seine beiden Bekannten (39 und 50 Jahre) seien wohl keine Fluchthelfer gewesen.

Zur Erinnerung: Als der 27-jährige Forensikpatient der LVR-Klinik Bedburg-Hau nach einem Termin aus der Praxis eines Hals-Nasen-Ohrenarztes in Kleve in Hand- und Fußfesseln geführt wurde, stand dort die Komplizin Nadja L. Sie bedrohte die Pfleger mit der besagten Waffe und zwang sie, die Fesseln von Sirat A. zu lösen. Anschließend bedrohten die beiden Gewalttäter mit der gleichen Schusswaffe einen Autofahrer, der verkehrsbedingt hatte anhalten müssen, zerrten ihm vom Fahrersitz und brausten in seinem VW Golf davon. dabvon. Mit diesem Auto bauten die Flüchtigen auf der Hassumer Straße in Goch einen Unfall und flohen weiter zu Fuß. Nach dem Paar war seitdem in einem Großeinsatz der Polizei gefahndet worden.

Der 27-jährige Mann war seit November 2014 in der LVR-Klinik Bedburg-Hau untergebracht. Er war wegen schweren Raubes in Tateinheit mit schwerer räuberischer Erpressung zu einer Freiheitsstrafe von sechseinhalb Jahren verurteilt worden. Weil er drogenabhängig war, wurde die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt gemäß § 64 StGB angeordnet – eben in der Forensik der Landesklinik Bedburg-Hau.

Die Suche nach Komplizin Nadja L. geht weiter. Auch jetzt gilt noch die Bitte der Polizei, Zeugen sollen nicht an die Person herantreten, sondern die Polizei umgehend unter 110 informieren.

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