Den Verkehr besser lenken

Andreas Gebbink
Der Verkehr auf der Römerstraße hat stark zugenommen.
Der Verkehr auf der Römerstraße hat stark zugenommen.
Foto: NRZ
Die Politik diskutierte über Lösungen für verstopfte Straßen im Berufsverkehr.

Kleve.  Seit Jahren quälen sich die Autofahrer zu den Hauptzeiten durch die Klever Innenstadt. Die Gruft, die Ringstraße, die Römerstraße, die Nassauerallee, die Lindenallee – um 7.30 Uhr morgens und 16 Uhr am Nachmittag sind die Straßen völlig verstopft. Die Versuche und Ideen, diese Situation zu ändern, lassen sich zum Teil nicht umsetzen (Kreisverkehre) oder klingen so absurd, dass sie schon eine gewisse Verzweiflung erkennen lassen (der Tunnelbau von Artur Leenders). Am Donnerstagabend wurde im Klever Verkehrsausschuss erneut über die Situation auf der Gruft und Römerstraße gesprochen, die sich nach Auffassung einiger Ausschussmitglieder durch die neuen Baugebiete an der Küpperstraße und Merowingerstraße noch verschärft hat.

Für Jürgen Dußling ist die Ampelschaltung an der Kreuzung Römerstraße/Ringstraße alles andere als zeitgemäß: „Die Römerstraße ist jetzt zu jeder Tageszeit verstopft und das liegt meiner Meinung nach vor allem an der unzulänglichen Ampelschaltung“, ärgert er sich. Er fragt sich, ob die Schaltung noch zeitgemäß sei. Durch die Neubaugebiete habe man schließlich dafür gesorgt, dass noch mehr Verkehr in diesem Stadtteil vorhanden ist.

Die Verwaltung machte darauf aufmerksam, dass sich der Verkehr auf der Ringstraße bei einer längeren Grün-Phase für die Römerstraße sofort stauen werde. Letztlich solle der Verkehr von der Lindenallee auch gar nicht über die Römerstraße abfließen, sondern über die Ringstraße.

Veränderungen auf der Römerstraße

Josef Gietemann regte an, das Gespräch mit den weiterführenden Schulen zu suchen. Wenn das Berufskolleg und das Stein-Gymnasium ihren Schulunterricht um 20 Minuten verschieben würden, würde man eine deutliche Entzerrung von Berufs- und Schulverkehr erreichen. Die Politik beauftragte jetzt die Verwaltung, Kontakt mit den Schulleitungen aufzunehmen.

Gert Budde, stellvertretender Schulleiter des Berufskollegs in Kleve, sagte gegenüber der NRZ, dass man über eine Verlegung des Schulbeginns durchaus reden könne. Allerdings müsse man bedenken, dass die Schüler „durch die Bank auf den Schülerspezialverkehr oder den Öffentlichen Personennahverkehr angewiesen sind“, so Budde.

Eine Änderung des Schulbeginns müsste auch mit den Zeiten des ÖPNV abgestimmt werden. „Wenn das möglich wäre, kann man darüber diskutieren“, so Budde.

Georg Lettmann, stellvertretender Schulleiter des Freiherr vom-Stein-Gymnasiums, gab zu bedenken, dass bei einer Änderung der Unterrichtszeiten auch immer die Kooperation mit dem Konrad-Adenauer-Gymnasium bedacht werden müsse.

Auf der Römerstraße wird es in den nächsten Wochen zu deutlichen Veränderungen kommen. So sollen die Autos künftig nicht mehr auf der Straße parken, sondern zwischen den Bäumen. Ordnungsamtsleiter Ralph van Hoof teilte mit, dass man durch eine neue Planung insgesamt zwölf Stellplätze auf der Römerstraße habe unterbringen können. Der Gehweg wird eine durchgängige Breite von 1,50 Meter haben. Die Radfahrer erhalten auf der Römerstraße fortan einen eigenen Schutzstreifen. Van Hoof sagte, dass die Arbeiten jetzt „zügig“ aufgenommen werden sollen.

Pascale van Koeverden stellte den Ausschussmitgliedern die geplanten Änderungen auf der Ringstraße vor. Auch hier werden Radfahrer künftig einen eigenen Fahrstreifen auf der Fahrbahn erhalten. Autos, die jetzt vorwiegend auf der Fahrbahn parken, sollen auch hier künftig zwischen den Bäumen parken können. Die Zahl der Stellplätze für Autos wird sich von 30 auf 15 verringern. Bis August soll die Planung abgeschlossen sein. Danach geht es an die Umsetzung.

Auch mit dem Umbau der Kreuzung Gruft/Tiergartenstraße sollen Radfahrer künftig besser gestellt werden. Hier sehen die Planungen von Straßen.NRW ebenfalls einen durchgängigen Schutzstreifen für Radfahrer auf der Fahrbahn vor, erklärte van Koeverden.