Den Nanokosmos erleben

Anke Gellert-Helpenstein
Der Nano-Truck an der Hochschule Rhein Waal in Kleve: Carolin Brüx schaut sich einen fünf Euroschein unter dem Mikroskop an.
Der Nano-Truck an der Hochschule Rhein Waal in Kleve: Carolin Brüx schaut sich einen fünf Euroschein unter dem Mikroskop an.
Foto: WAZ FotoPool
Gestern und heute zum Tag der offenen Tür auf dem Campus der Hochschule: Nano-Truck des Bundesforschungsministeriums erlaubt tolle Einblicke

Kleve.  Schon der erste Blick in den großen Truck, der zur Zeit vor der Technologiehalle auf dem Campus der Hochschule Rhein-Waal (HRW) Kleve steht, beeindruckt. Ein Labor auf Rädern sozusagen. Duftender Hibiskusblütentee und eine große Kaffeemaschine auf dem Arbeitstisch geben dem flüchtigen Betrachter außerdem das Gefühl von Gemütlichkeit. Erst der zweite Blick und Erklärungen der beiden wissenschaftlichen Truck-Chefs Dr. Marco Kollecker und Niklas Kotman öffnen dem Besucher die wahren Türen des Nanokosmos. Und das ist -- von wegen nomen est omen – riesig und nicht winzig. Viele Gymnasiasten aus Kalkar konnten gestern im Rahmen des Tags der offenen Tür in der HRW Higtech zum Anfassen und Mitmachen erleben. Denn eigens dazu war der beeindruckende Nano-Truck des Bundesforschungsministeriums mit den neusten Trends der Nanotechnologie an Bord auf den Campus gerollt.

Nano-Solarzellen

Und dort wird er bis heute Nachmittag auch bleiben und heute ab 11 Uhr allen Interessierten offen stehen. Übrigens: Der Kaffeeautomat entpuppte sich gestern als Rasterelektronenmikroskop und der Hibiskusblütentee als Teil eines Versuchs. Aus letzterem schafften es einige Schüler aus Kalkar denn auch mit Hilfe der Nano-Profis und etwas Bleistiftgraphit funktionstüchtige Solarzellen auf Nano-Basis, sogenannte „Grätzelzellen“ zu zaubern. Andere, wie die Schülerin Carolin Brüx, blickten fasziniert durch die Mikroskope und entdeckten futuristisch anmutende Strukturen und Ideen, die noch an Science-Fiction erinnern, aber so fern gar nicht mehr sind.

Sie bekamen eine Ahnung, was Materiestrukturen, die millionenfach kleiner sind als ein Stecknadelkopf, zur Lösung wichtiger Zukunftsfragen beitragen können. Die eventuell die Lösung für Transportprobleme ins All werden oder es ermöglichen, dass Akkus wie Tinte auf Papier gedruckt werden können.

Auch die Nachteile und möglichen Gefahren der Technologie werden im Truck nicht verschwiegen (Problem der möglichen Aufnahmewege in den menschlichen Organismus; Verweildauer, Verbreitung, Wirkung, Allergien, Unverträglichkeiten, Krebsentstehung durch Nanomaterialien etc.). Der Nanokosmos kann auch im Unterricht dazu führen, verschiedene Fächer mit neuem Leben zu füllen. Schließlich werden mit dieser Technologie Fragen aus den Bereichen der Physik, der Chemie oder der Biologie miteinander verknüpft.

Begleitprogramm an der Uni

So hat auch die HRW im Rahmen des Tags der offenen Tür heute ein umfangreiches Begleitprogramm zum Nano-Truck in der Fakultät Life Sciences geschnürt, der heute Interessierte einlädt in alle Bereiche der Uni von 9 bis 20 Uhr hinein zu schnuppern. Nano-Truck inbegriffen (von 11 bis 14.30 Uhr).
Infos: www.hochschule-rhein-waal.de und www.nanotruck.de