Das wollen die Kandidaten

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Kleve..  Die SPD ist neben der CDU eine der beiden Parteien, die eine Liste für den Integrationsrat gestellt hat. Fangen wir mit den Zielen der Kandidaten für die SPD an.

Spitzenkandidat Hüseyin Ezer fordert: „In Kleve wohnen viele Migranten. Für sie wird, was Integration betrifft, wenig getan“ – zum Beispiel, was die Sprache betrifft. So werde Polnisch und Kurdisch in der Schule nicht als Fremdsprache angeboten. Er fordert, sofern auch die Eltern es möchten, eine muttersprachliche Lehrerin. Man muss eine Sprache schon sicher sprechen können, um die zweite dann lernen zu können, meint Ezer. Das Problem sei, dass die Kinder sonst immer länger brauchen, um beispielsweise gute schulische Leistungen zu erreichen. Auch möchte er ein Fest für alle Kulturen – so etwas gebe es in Kleve noch nicht.

Mustafa Özerdogan denkt, dass „die Basis für Integration die Sprache ist“ – sowohl die deutsche, als auch die Muttersprache. Er ist auch für ein Fest, vor allem „damit auch die Einheimischen die Kulturen kennen lernen können“. Er meint, dass Migranten sich integrieren sollen, appelliert aber auch an die Klever: „Beide Seiten müssen sich aufeinander zu bewegen können.“ Konzepte wie das Haus der Begegnung findet er gut.

Aktiv einbringen

Okan Oynak sagt: „Kinder lernen die Sprache von selbst“ – aber vor allem für Erwachsene müsse in dieser Hinsicht mehr getan werden, weil sie viel größere Probleme haben. Oynak möchte mehr Möglichkeiten und Chancen schaffen, z.B. durch VHS-Kurse oder private Initiativen. „Ich fände es gut, wenn man die Menschen wirklich in die Gesellschaft integriert, so dass sie sich aktiv beteiligen – und dafür auch die Chancen und Möglichkeiten schafft.“ Er ist mit der ehemaligen Begegnungsstätte Südstadt aufgewachsen, früher an der Albersallee. Dort wurden Nachhilfeunterricht und Ausflüge angeboten. „Wenn es die früher nicht gegeben hätte, wäre ich weder sprachlich noch schulisch soweit gekommen.“ Begegnungsstätten allgemein seien wichtig. Er meint: „Eine Politik ohne eine Integrationspolitik ist für mich keine vernünftige Politik.“

Ans van den Berg ist es wichtig, die Grenze zu nutzen. Studierende sollen voneinander lernen. Sie würde eine Zusammenarbeit mit dem „Haus der Begegnung“ freuen. Ihre Themen: Chancengleichheit, gleiche Bildungschance und Gesundheit, nicht nur auf dem Papier, sondern auch in der Praxis. Für die Niederländer sei es in Deutschland relativ einfach, sagt die Kommunalbeamtin, „aber ich will mich auch für die Leute einsetzen, für die es schwerer ist“.

Auch die CDU stellt eine Liste für den Integrationsrat. Wladyslaw Pisarek meint: „Als ich vor 33 Jahren von Polen nach Deutschland kam, war ich in der Lage eines Immigranten. Von Anfang an war es mein Anliegen, mich für ein gleichberechtigtes Zusammenleben von Deutschen und Polen einzusetzen und Toleranz und Akzeptanz auf allen Ebenen des politischen, gesellschaftlichen und kirchlichen Lebens zu fördern, dazu Ängste und Vorurteile auf allen Seiten abzubauen und mögliche Probleme gemeinsam zu lösen. Zusammen mit Pfarrer Fritz Leinung gründete ich die Katholische Polnische Gemeinde in Kleve und bin im Bund der Polen in Deutschland aktiv. Ich bin bestrebt, die deutsch-polnische Freundschaft auf allen Ebenen zu fördern.

Vor 30 Jahren war Polen von der Europäischen Gemeinschaft noch weit entfernt. Heute sind wir ein vereinigtes Europa. Ich möchte deshalb im Integrationsrat der Stadt Kleve den Polen weiterhin eine Hilfe sein.“

Dr. Kurt Kreiten erzählt: „Ich habe die Anfrage relativ gerne angenommen.“ Als Vorsitzender der Gesellschaft für internationale Begegnung (GiB) sei es ihm ein Anliegen, Städtepartnerschaften zu fördern, Menschen in die Gesellschaft zu integrieren. Und das auch als Mensch, der keinen Migrationshintergrund hat. Neben den Städtepartnerschaften ist Kreiten die Integration der Studierenden wichtig.

Daneben gibt es Einzelbewerber, wie Drs. Ron Manheim und Alina Titova (beide vom Verein Haus der Begegnung): Die beiden wollen die Integration fördern, gegen Diskriminierung und Antisemitismus kämpfen. Im Integrationsrat „wollen wir die unterschiedlichen Schwerpunkte der Parteien verbinden“, so Manheim. Er wünscht sich auch einen Integrationsbeauftragten für die Stadt.

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