„Das wird für die CDU ein Eigentor“

Bloß nichts preisgeben: Die verhüllten Klinkerwände auf der Rathausbaustelle.
Bloß nichts preisgeben: Die verhüllten Klinkerwände auf der Rathausbaustelle.
Foto: WAZ FotoPool
Grüne beklagen den Rathausklinker: Das Gebäude wird zu klotzig. Hedwig Meyer-Wilmes: „Das war die beschissenste Entscheidung des Rates.“

Kleve.  Geheim, Geheim. In Kleve gibt es zurzeit eine seltsame Geheimniskrämerei um ein paar Klinkersteine. Wie berichtet, haben sich die Stadtverordneten nun eine Auswahl von drei Klinkervarianten für das neue Rathaus angesehen. Ort und Zeit blieben unter Verschluss. Warum eigentlich?

Um es kurz zu sagen: Die Parteien sind mit den vorgestellten Klinkerwänden nicht zufrieden. Jörg Cosar (CDU): „Wir haben damit große Bauchschmerzen. Da ist zu wenig Herzblut bei der Sache“. Mit den aufgemauerten Wänden könne man wenig anfangen. Er wird heute im Rat dafür plädieren, sich in der Stadt „richtige Gebäude“ anzusehen. „Es gibt so schöne Klinkergebäude in Kleve. Die sollten wir uns gemeinsam ansehen.“ Eine Abstimmung wird es heute nicht geben.

Auch aus der SPD ist zu hören, dass man mit den drei Varianten alles andere als zufrieden ist. Die Partei würde heute gegen diese Vorschläge stimmen. Die FDP ist sich noch uneins: „Das ist eine Geschmacksfrage“, sagt Daniel Rütter. In der Fraktion habe man eine geteilte Meinung.

Hedwig Meyer-Wilmes (Grüne) ärgert sich schon über den Ratsbeschluss: „Der Klinker bringt eine Massivität in das Gebäude, die keiner haben will. Das war die beschissenste Entscheidung, die der Rat getroffen hat“, ärgert sie sich. Und: „Das ist ein Eigentor für die CDU. Durch die Massivität verbreiten wir in Kleve Depressionen.“