Das Museum Schloss Moyland ist im Visier von Metalldieben

Aus dem Garten von Schloss Moyland wurde eine 20.000 Euro teure Skulptur entwendet.
Aus dem Garten von Schloss Moyland wurde eine 20.000 Euro teure Skulptur entwendet.
Foto: dpa
Immer wieder stehlen Metalldiebe Bronze-Skulpturen aus dem Schlosspark in Moyland. Museumsleitung und Versicherung konzipieren ein neues Sicherungskonzept. Selten geht ein Diebstahl so glimpflich aus wie bei einer Skulptur, die in einer Krefelder Verwertungsanlage wieder auftauchte.

Bedburg-Hau.. 68 Skulpturen stehen im Park des Museums Schloss Moyland unter freiem Himmel. Eigentlich. Denn zur Zeit fehlen acht, die ins Depot verbracht wurden. Oder die, wie im Fall der Figur „Hockender“ von Bernhard Graf von Bylandt-Rheydt, von Dieben vom Sockel gehoben und einer Krefelder Altmetallverwertungsanlage angeboten wurde.

Der Metallverwerter war durch einen Zeitungsartikel aufmerksam geworden und meldete in Moyland, dass die gestohlene Figur auf seinem Betriebsgelände steht. Der „Hockende“ hockt nun im Depot, eine Vorrichtung zur Verankerung wurde angebracht.

Weitere Skulptur wohl längst eingeschmolzen

Das passierte im August vergangenen Jahres. Unbekannte hatten die 700-Kilo-Skulptur „Hockender“ aus dem hinteren Areal des Parks entwendet. Anfang dieses Jahres transportierten erneut Diebe eine Plastik, „Mädchen mit Hut“ von Roland Friederichsen, vom Schlossgelände. Auf Nimmerwiedersehen.

Bis heute gibt es keine Spur, wahrscheinlich ist das Werk, das in der Nähe des Mausoleums stand, längst eingeschmolzen worden. „Wir sind offensichtlich ins Visier von Metalldieben geraten und müssen fürchten das das so weitergeht,“ sagt Dr. Alexander Grönert, im Museum Schloss Moyland zuständig für die Skulpturen.

Versicherung nahm Park unter die Lupe

„Es handelt sich um ganz unterschiedliche Werke, die nur einen gemeinsamen Nenner haben,“ so Grönert: „Sie sind aus Bronze und waren nicht ausreichend an ihren Sockeln befestigt.“ Der jeweilige Schaden wurde der Versicherung gemeldet, die sich daraufhin den Skulpturenpark einmal genauer ansah.

Die Frage der Befestigung stand plötzlich im Raum, die Versicherung nahm den Park noch einmal in den Blick, um den Vertrag mit dem Museum in dieser Hinsicht zu verändern. „Wie auch immer, dass weiß ich noch nicht, das läuft noch alles,“ sagt Alexander Grönert.

Skulpturen müssen verankert werden

Das Ärgernis mit den geklauten Figuren aus dem Schlosspark verursachte neben den Versicherungsfällen weitere Aktivitäten. Alle Werke, die nicht aus Stein oder verrostetem Eisen, sondern die wertvollen aus Bronze müssen verankert werden. „Das wird teuer,“ sagt Alexander Grönert.

„Die Verankerung können wir nicht selber machen.“ Es ist eine grundlegende Frage, ob das bei jeder Figur überhaupt gemacht wird oder ob nicht andere aufgestellt werden. „Wir haben ja noch mehr,“ schmunzelt Grönert. „die vielleicht nicht für Diebe, sondern nur für Kunstfreunde interessant sind.“ Alle Figuren aus Bronze, die unter dreihundert Kilo schwer sind, müssen nach Ansicht der Versicherung befestigt werden.

Figuren in Sicherheit gebracht

Die Überlegungen, was und wie verankert wird, sind noch nicht zu Ende gedacht. „Solange stehen aber die Skulpturen im Park und können jeden Tag gestohlen werden,“ argumentiert Alexander Grönert. Um das Gefahrenpotential zu minimieren, wurden neben den bereits genannten Figuren die Werke von Hannelore Köhler, Carl Moritz Schreiner und weitere drei von Roland Friederichsen aus dem Park entfernt.

Die Weitläufigkeit des Schlossparks scheint für Diebe ein lohnenswertes Gelände zu sein. Denn selbst der kontrollierende Wachmann ist im Zweifelsfall nicht am Ort des Diebstahls. Das zu beobachten fällt Zeitgenossen, die darauf aus kriminellen Gründen achten, nicht besonders schwer.

 
 

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