Das Museum Goch wird 25 Jahre alt

Die Vorbereitungen für die Ausstellung „Europa“ mit Fotografien von Jürgen Schadeberg laufen bereits.
Die Vorbereitungen für die Ausstellung „Europa“ mit Fotografien von Jürgen Schadeberg laufen bereits.
Foto: NRZ
Vom stadtgeschichtlichen zum vielbeachteten Museum für Gegenwartskunst: Das Museum Goch wird 25. Geburtstagsparty und Museumsfest

Goch..  In einem Vierteljahrhundert können eine Menge Dinge passieren. Veränderungen und Metamorphosen finden statt, mit denen am Anfang nicht zu rechnen war. Eine solche Wandlung hat das Museum Goch in den vergangenen 25 Jahren erlebt, auf die das Haus in diesem Jahr zurückblicken kann.

Im Grunde hat man von Anfang an ungewöhnliche Wege beschritten. So war es der Förderverein des Museums, der sich schon im Jahr vor Gründung des Kunsthauses gegründet hatte und so schon im vergangenen Jahr sein Jubiläum feierte (die NRZ berichtete). „Das Museum“, weiß der heutige Leiter Dr. Stephan Mann, „ist aus dem Verein heraus gewachsen.“ Das Haus existiere durch eine bürgerschaftliche Entscheidung.

Zu den ersten Kunstwerken gehörten Zeichnungen des Bildschnitzers Ferdinand Langenberg (geb. 1849), die in einem Haus in der Roggenstraße (heute: Langenberg-Zentrum und Sitz der Kunststiftung) gefunden wurden. Außerdem besaß man einige spätmittelalterliche Skulpturen. Der erste Zuschnitt des Museums war der eines heimat- bzw. stadtgeschichtlichen Hauses. Das änderte sich erst mit dem dritten Direktor des Museums, Dr. Jörg Becker, der es in den 90er Jahren allmählich für die Gegenwartskunst zu öffnen begann.

Seit dem Jahr 2000 und mit dem aktuellen Museumsleiter ist diese Entwicklung kontinuierlich fortgeschritten. Damals war es der Künstler Thitz, mit dessen Werken sich das Haus für junge Kunst öffnete. Heute, freut sich Mann, werde das Museum nicht nur als inhaltlich in und mit der Gegenwartskunst arbeitend wahrgenommen, „es wird auch entsprechend gewürdigt“. Was man allerdings nicht an ökonomischen Gesichtspunkten oder Besucherzahlen festmachen sollte. „Unsere Arbeit ist langfristig angelegt“, erklärt Mann. Welche wichtige Rolle Museen dabei spielen, werde man in den kommenden Jahren sehen, ist er sicher. „Hier findet die Auseinandersetzung mit der Gegenwart statt, hier ist ein Ort der Ruhe.“

„Eine kluge Entscheidung war es im übrigen,“ findet Stephan Mann, „Kastell und Museum in einem Gebäude miteinander zu verknüpfen.“ Die Einheit aus Theater, Musik, Kabarett und Gastronomie mit dem Museum in unmittelbarer Nähe habe eine Infrastruktur geschaffen, „die für eine Stadt wie Goch beachtlich ist“.

So liegt es nach Ansicht Manns auch auf der Hand, dass beide Einrichtungen ihren Geburtstag gemeinsam feiern. Die Party steigt am 29. Oktober. Für den 5. November lädt das Museum außerdem noch zu einem Indoor-Museumsfest ein.

Bis dahin besinnt sich das Museum Goch auf das, „was wir am besten können“ und beginnt am 20. März mit der Ausstellung „Europa“ – 150 Fotografien des in Berlin geborenen Jürgen Schadeberg, der in den 50er Jahren in Südafrika lebte und mit seinen Schwarz-Weiß-Fotos das Leben der Schwarzen in Johannesburg zeigte. Bekannt sind seine Aufnahmen prominenter Politiker wie Nelson Mandela oder Walter Sisulu. Die Gocher Ausstellung ist eine Hommage an ein Europa, das sich verändert, sagt Mann.

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