Damit das Summen nicht verstummt

Selten gewordener Anblick: Eine Biene sitzt im Abendlicht auf einer Lavendelblüte.
Selten gewordener Anblick: Eine Biene sitzt im Abendlicht auf einer Lavendelblüte.
Foto: dpa
Der Filmemacher Georg Krebbers hat eine Dokumentation über Bienen produziert. Gedreht wurde an malerischen Schauplätzen am Niederrhein

Goch..  Sie gilt als Sinnbild für Fleiß, ist eine Botin des Frühlings und eines der wertvollsten Nutztiere, von denen der Mensch seit Jahrtausenden profitiert. Dennoch haben viele Menschen ein gespaltenes Verhältnis zur Biene – ihre Möglichkeit zu stechen, flößt vielen Angst ein und all zu schnell werden die nützlichen Insekten mit der Fliegenklatsche erledigt, wenn sie im Sommer vermeintlich an der Kaffeetafel stören.

„Ich möchte, dass die Leute Bienen und ihre Bedeutung für unsere Umwelt wieder schätzen und sie aus einer neuen Perspektive kennenlernen“, sagt der niederrheinische Filmemacher Georg Krebbers. Vielen ist er bekannt unter seinem Künstlernamen „Nils Neugier“, als der er regelmäßig eine Wissenssendung auf Goch TV produziert. „Wenn wir der Biene nicht wieder unsere Aufmerksamkeit schenken und sie besser schützen, ist ihr Summen irgendwann für immer verstummt.“

Fast ein Jahr lang hat Krebbers an ausgewählten Schauplätzen am Niederrhein gedreht – vor allem auf einem naturbelassenen Grundstück in Goch-Pfalzdorf sowie in einem Obstgarten in Kalkar. Als fachliche Unterstützung hat sich Krebbers den Imker Stefan Loth ins Boot geholt, der spannende Einblicke in seine Arbeit gibt. Ein Budget für die aufwendige Dokumentation gab es nicht, eine Freundin, die Gocherin Petra Gellinger hat die Szenen gefilmt. Krebbers selbst kommt den Bienen in dem Film sehr nah: „Natürlich bin ich auch ein paar Mal gestochen worden, aber es hielt sich in Grenzen. Zumindest weiß ich jetzt, dass ich kein Allergiker bin“, witzelt er.

Was viele nicht wissen: Die Biene ist nicht nur für die Produktion von Honig und Wachs, sondern auch für rund 80 Prozent unserer Nahrungsmittel eine unverzichtbare Helferin, da Obst und Gemüse durch natürliche Bestäubung am besten gedeihen.

Der Titel „Der König der Bienen“ klingt zunächst rätselhaft und auch in der Vorschau auf die Dokumentation spart Krebbers nicht an dramatischen Mitteln. „Ohne den Imker hätte die Biene keine Chance, zu überleben, so kam mir die Idee zu dem Titel. Der Trailer soll natürlich zum einen Interesse wecken und zum anderen die Menschen wach rütteln“, erläutert Krebbers. Mit seiner Botschaft ist es ihm ernst. Doch will die 90-minütige Dokumentation dennoch kein Lehrstück mit erhobenem Zeigefinger sein, sondern nicht zuletzt eine Hommage an die Schönheit der Natur am Niederrhein. So beginnt der Film mitten im Winter und zeigt prozesshaft das allmähliche Erwachen von Pflanzen- und Tierwelt.

Wenn die Resonanz auf die Produktion den Erwartungen entspricht, soll es eventuell noch weitere Vorführungstermine (siehe Infokasten) geben. Krebbers und sein Team hoffen auf ein volles Goli-Theater.

 
 

EURE FAVORITEN