Camper-Trödel ist der Renner

Auf dem Gocher Friedensplatz campt es sich gut. Am Wochenende wird er wohl ausgebucht sein,.
Auf dem Gocher Friedensplatz campt es sich gut. Am Wochenende wird er wohl ausgebucht sein,.
Foto: NRZ
Anfragen aus ganz Deutschland – viele Reisemobilisten wollen am Wochenende in Goch mitmachen.

Goch.  Die Markise gefällt nicht mehr? Die Moskitonetze und Thermovorhänge passen nicht mehr in das neue Wohnmobil-Modell? Wohin mit den gut erhaltenen Sachen? Nach Goch. Wo findet man einen gebrauchten Fahrrad-Träger oder ein Busvorzelt? In Goch. Seit der emsige Reisemobilclub RMC Rhein / Maas Goch bekannt gab, zum ersten Mal einen Camping-Trödelmarkt am Samstag und Sonntag, 23. und 24. April, je 10 bis 18 Uhr zu veranstalten, stehen im Gocher Rathaus die Telefone nicht mehr still. Aus ganz Deutschland kommen plötzlich die Anfragen, um einen Stellplatz auf dem Friedensplatz zu reservieren. „Von der Resonanz sind wir ein bisschen überrascht“, staunt Stadtsprecher Torsten Matenaers. „Wir hatten zur Unterstützung in der gängigen Reisemobilliteratur und in Newslettern auf die Aktion aufmerksam gemacht“ und prompt eine Anfrageflut ausgelöst. „Wir hatten noch nie die Situation, dass wir keinen haben unterbringen können. Ich bin sehr gespannt, wie es am Wochenende auf dem Friedensplatz aussehen wird“, so Matenaers. Bei normalem Betrieb werden 70 Reisemobil-Stellplätze ausgewiesen. Zu Sonderveranstaltungen wie dieser haben 220 Zufahrt.

An den traditionellen Niederrheinischen Reisemobiltage immer am letzten Aprilwochenende beteiligen sich viele Städte, informieren, laden Musikgruppen auf Wiesen und Kiesflächen. „Unser Reisemobilclub, der auf dem Friedensplatz aktiv ist, kam nun im Jahr seines 20jährigen Jubiläums auf Idee, den Campingtrödelmarkt zu veranstalten. Ein einfaches System ohne Standmiete“, erinnert der Stadtsprecher. Nur von privat an privat. Sonst dürfte es die Stadt sonntags gar nicht genehmigen.

Jeder, der sich mit dem Reisemobil auf dem Friedensplatz einmietet, darf teilnehmen, einen Tisch vor den Wohnwagen stellen und verkaufen, was er nicht mehr braucht, ob Klappspaten oder 12-Volt-Fernseher.

Einen kleinen Grill und eine Sitzgarnitur stellt Alois Elbers, 1. Vorsitzender des Reisemobilclubs, vor seinen Wagen. Was wird der Club für den Aktionstag vorbereiten? „Wie zu anderen Festen auch, werden wir ab 16 Uhr wieder grillen“ auf dem großen vereinseigenen Grill. „Es geht hauptsächlich darum, die Sache locker zu gestalten. Sowas hat es am Niederrhein noch nie gegeben“, sagt er.

Die Ehrenamtlichen vom Reisemobilcub rühren die Werbetrommel für den grünen städtischen Platz zwischen Innenstadt und Papa-Klein-Wanderweg. „Nicht umsonst ist er als Top-Platz ausgezeichnet worden. Er ist Gold wert“, freut sich der Stadtsprecher. Das Stadtmarketing lässt sich die Chance nicht entgehen und wird sich und die Weberstadt an einem Extra-Stand präsentieren.

Reisemobiltourismus ist ein nenneswerter Wirtschaftsfaktor. Man sagt, jeder Reisemobilist gebe pro Tag 30 Euro (plus Übernachtungsgebühren) in der Stadt aus, beim Bäcker, im Restaurant, in Bekleidungs- oder Haushaltswaren-Geschäften. Das stärkt den Einzelhandel. Rechnet man das auf die Übernachtungszahlen in Goch hoch, käme eine Summe von rund einer Million zusammen, überschlägt Matenaers. „Der Reisemobiltourismus wird immer beliebter“. Das bestätigen auch die Zulassungszahlen der Camperwagen.

 
 

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