Café und Kneipe in die Margarine-Union

Astrid Hoyer-Holderberg
Das denkmalwerte Fabrikgebäude der Margarine-Union an der van-den-Bergh-Straße hinterm Bahnhof will ein Investor für Gastronomie und mehr nutzen. Auf dem freien Platz daneben soll ein Altenheim entstehen
Das denkmalwerte Fabrikgebäude der Margarine-Union an der van-den-Bergh-Straße hinterm Bahnhof will ein Investor für Gastronomie und mehr nutzen. Auf dem freien Platz daneben soll ein Altenheim entstehen
Foto: Astrid Hoyer-Holderberg
Kleve Unterstadt:: Investorenteam wächst. In Hallen des Denkmalgebäudes könnten eine Markthalle mit kleinen Geschäfts-Containern Platz finden sowie Oldtimer und Wohnmobile verkauft werden

Kleve.  Wenn man die Aufbauten auf dem Dach des Fabrikgebäudes weg nimmt, dann entsteht eine kleine Dachterrasse. Dort zu sitzen, einen Kaffee zu trinken mit freiem Blick auf die Schwanenburg – kein Traum, sondern eine traumhafte Zukunft, die dem alten Gebäude der Margarine-Union sehr wahrscheinlich bevor steht. Mit verschiedenen Nutzern und Investoren steht der neue Besitzer Stefan Hinsen in Verhandlungen. Zusammen wollen sie das Objekt weiter entwickeln. „Ich koordiniere und entscheide, wer mit uns arbeitet“. Der Schwerpunkt liegt auf Cafés und Restaurants.

Zwar gilt Kleve mit seinen 49 000 Einwohnern immer noch als „klein“, aber sein Umfeld auf deutscher Seite und vor allem der niederländische Einzugsbereich und die Hochschule gleich gegenüber der van-den-Bergh-Straße sind echte Pfunde. Sogar Systemgastronomien – also bekannte Ketten, die sonst erst bei 100 000 Einwohnern wach werden – sind interessiert.

„Wir sind in der Findungsphase“, sagt Stefan Hinsen. „Ende September wollen wir so weit sein, dass schon angemietet werden kann und die ersten Nutzer rein können“. Seine Firma aus Mülheim an der Ruhr betreibt „ein Riesennetzwerk“ im Metier Gastronomie und Ladeneinrichtungen. „Wir sind fit in dem Bereich“. Was für Kleve den Vorteil hat, „dass wir nie mit Leerständen zu kämpfen haben. Wir sind Entwickler“.

Für die herrliche große Halle der Margarine-Union – die mit der Uhr – plant er auf der Galerie ringsum ebenfalls ein Café, in der Mitte aber zum Beispiel eine große Verkaufs-Ausstellung an Oldtimer-Fahrzeugen und Wohnmobilen. „Wir haben das im Investorenteam besprochen. Die Kombination wäre astrein,“ es müsste der riesige Raum nicht so viel beheizt werden. „Wir möchten auf jeden Fall, dass die tolle Deckenkonstruktion sichtbar bleibt“, hat er Sinn für Denkmalwerte.

„Von der Idee her klasse“ findet Stefan Hinsen auch „eine Markthalle im Fabrikgebäude.“ Darin könnten einzelne Gastro-Container von je 30 Quadratmetern mitsamt Kühltheken und -schränken installiert werden. Allein brandschutztechnisch wäre das sehr vorteilhaft. Und brächte viele verschiedene Handels-Sparten wie Flohmarkt, Events, „ideal auch für Lebensmittel“ unter einen Hut. Südländisches Flair. Bisher nur eine Idee, aber „da sind wir top aufgestellt“.

In weiteren Bereichen des Unions-Gebäudes könnten außerdem eine Tanzschule und ein Fitness-Center einziehen. „Aber wir sind noch nicht so weit, es besteht kein Vertrag“, bremst Hinsen.

Bisher sind im denkmalwerten Gebäude selbst 90 Prozent der baulichen Arbeiten beendet. Spuren des Vandalismus’ der letzten Jahre und Dreck sind beseitigt, die Förderketten, die Technik aus dem Maschinenhaus, die Büroeinbauten aus der Produktionshalle wurden demontiert, Wände eingerissen, um zum Beispiel für eine Tanzschule große Flächen zu gewinnen.