BUND lehnt Windkraftplanung ab

Der Umweltverband BUND lehnt die Erichtung von Windenergiezonen im Klever Reichswald vehement ab.
Der Umweltverband BUND lehnt die Erichtung von Windenergiezonen im Klever Reichswald vehement ab.
Foto: NRZ
Der Reichswald dürfe auch in Kleve nicht angetastet werden.Karl-Heinz Burmeister: Das Fachgutachten sei „für die Tonne“

Kleve..  Karl-Heinz Burmeister, Bevollmächtigter des Umweltverbandes BUND im Kreis Kleve, spricht sich in einer Stellungnahme gegen die Errichtung von Windenergiezonen im Klever Reichswald aus. Wie berichtet sieht der neue Flächennutzungsplan für die Stadt Kleve zahlreiche mögliche Standorte für Windenergieanlagen im Klever Reichswald vor (siehe Grafik). Burmeister erhebt hier gegen Einspruch. In einem Brief an den zuständigen Fachdezernenten der Stadt, Jürgen Rauer, schreibt Burmeister: „Sie verlassen sich mangels eigener Kapazität voll auf die Dienstleistung eines Fachbüros, dessen Kompetenz und Neutralität wir aus Erfahrung anzweifeln.“

Andere Standorte suchen

Burmeister weist darauf hin, dass der Reichswald für Kleve die letzte Trinkwasser-Reserve sei, den Wald müsse man daher sehr sensibel behandeln. Zudem bezweifelt der BUND-Mann, dass es einen landesplanerischen Druck gebe, Windkraftzonen zu benennen: „So wenig wie Eifel und Sauerland die nachhaltigen Bedarf an Sand und Kies decken können, muss eine Stadt Kleve die Eignung für Windenergieanlagen besitzen und dafür seinen ökologisch und historisch wertvollen, großflächigen Reichswald opfern.“ Es müsse vielmehr zu einer regionalen Verteilung kommen. Geeignete Standorte können man von Materborn, über Bedburg-Hau bis Kalkar und Uedem suchen.

Historischer Reichswald

Für den BUND ist der Reichswald tabu. „Der Reichswald in Gänze ist als Landschaftsplan und Landschaftsschutzgebiet umfassend beschrieben und gegen Eingriffe geschützt“, so Burmeister. Er kritisiert auch die Herangehensweise des Fachbüros Lange, welches nur per Luftbildauswertung den Mischwald zum Nadelwald deklariert habe. Zudem seien die dem Gutachten zu Grunde liegenden Erlasse und Leitfäden derzeit alle wegen Unklarheit in Überarbeitung, so Burmeister: „Dieses ‘Fach-Gutachten’ hätte nicht erstellt werden dürfen und ist für die Tonne“, so Burmeister.

Burmeister betont, dass es im Kreis Kleve bereits mehr Windenergieanlagen gebe, als von der Landesplanung vorgesehen. Daher sei es wichtig, die Aufstellung von Windenergiezonen künftig nicht mehr den Kommunen allein zu überlassen, sondern dem übergeordneten Regionalrat einzuschalten. Einen entsprechenden Antrag hätten die Umweltverbände bereits beim Land eingebracht.

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