Britta Schulz möchte Kalkarer Bürgermeisterin werden

Andreas Gebbink
Dr. Britta Schulz möchte die neue Bürgermeisterin von Kalkar werden. Die Wahl ist für den 13. September 2015 angesetzt.
Dr. Britta Schulz möchte die neue Bürgermeisterin von Kalkar werden. Die Wahl ist für den 13. September 2015 angesetzt.
Foto: WAZ FotoPool
Vorsitzende des Forums wurde am Mittwoch zur Bürgermeisterkandidatin gewählt. CDU sieht ernst zu nehmende Konkurrenz: „Das wird eine echte Herausforderung“

Kalkar.  Dr. Britta Schulz möchte Bürgermeisterin in Kalkar werden. Die Vorsitzende des Forums Kalkar wurde am Mittwochabend ohne Gegenstimme von der Mitgliederversammlung gewählt. „Nach dem sehr guten Kommunalwahlergebnis tragen wir auch die Verantwortung, jetzt den Bürgermeister zu stellen“, sagte Schulz im Gespräch mit der NRZ. Sie wolle als Bürgermeisterin mehr Nähe zum Bürger praktizieren und der Verwaltung mehr Raum zum eigenständigen Denken geben.

Eigenständig denken

Britta Schulz weiß, dass sie keine Verwaltungsfachfrau ist und auch nie eine werden wird: „Ich kann mir vieles aneignen, aber ich denke, dass diese Verwaltung gute Leute hat, die auch selbstständiger arbeiten können“, so Schulz. „Ich sehe den Bürgermeister als eine Verbindung zwischen Bürger, Rat und Verwaltung. Und da hapert es jetzt ganz gewaltig. Genau hier benötigen wir eine Veränderung.“ Sie habe lange über die Entscheidung nachgedacht. „Aber jetzt kann man das Messer nicht einfach im Schwein stecken lassen, jetzt müssen wir auch konsequent sein. Ich möchte das Amt nach besten Kräften ausführen.“

Die Vorsitzende des Forums möchte den „Kalten Krieg“ im Rat ad acta legen. „Die Haltung ´Ich bin dagegen, weil du es gesagt hast´ muss aufhören. Es ist sicherlich nicht alles gut, was wir bisher gemacht haben. Aber wir brauchen eine Person, die vermitteln kann.“

Ob Britta Schulz dies tatsächlich kann, werde sich zeigen. Willibald Kunisch (Grüne) möchte sich noch nicht festlegen, ob seine Partei die Kandidatur mitträgt. „Sie ist die geeignetste Kandidatin des Forums. Das wird eine sehr ernst zu nehmende Konkurrenz für den Bürgermeister. Aber es wird sich zeigen, ob sie dieser Aufgabe auch gewachsen ist.“ Kunisch bestätigt, dass es bei den Grünen mittlerweile Vorbehalte gegen Schulz gebe, die in Schulausschusssitzungen sehr dominant auftrete. „Wenn sie die Fähigkeit zum Bürgermeisteramt nicht hat, werden dies die Bürger schon sehr schnell in den vielen kleinen Begegnungen merken. Da braucht der Bürger keine Empfehlung einer Partei“, so Kunisch.

Jochem Reinkens (SPD) möchte sich ebenfalls noch nicht festlegen. Die SPD werde dies in einer Mitgliederversammlung machen. Zudem wolle man abwarten, ob Gerhard Fonck (CDU) noch einmal antreten wird. „Eventuell werden wir auch einen eigenen oder einen unabhängigen Kandidaten unterstützen“, so Reinkens.

Er sieht es kritisch, dass Schulz so wenig Verwaltungserfahrung mitbringt: „Das ist eigentlich schon ein wichtiges Kriterium.“ Auch Reinkens macht ein „dominierendes Wesen“ bei Schulz aus. Die Schulausschüsse habe sie bislang sehr stark bestimmt: „Dabei gilt es als Ehrenkodex, dass der Vorsitzende eines Ausschusses die Versammlung moderierend leitet und nicht an sich zieht.“

Sympathisch rüber kommen

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Klaus-Dieter Leusch hat die Nachricht „zur Kenntnis genommen“: „Wir müssen in der CDU erst einmal auf uns selbst schauen“, sagte Leusch im Gespräch mit der NRZ. Die Wahl des Bürgermeisters in Kalkar sei „eine echte Herausforderung“ für die Partei. „Das wird nicht leicht“, sagt Leusch. Denn Kompetenz und Leistung alleine reichen nicht, um Bürgermeister zu werden. Es werde immer wichtiger, auch sympathisch beim Wähler rüber zu kommen. Leusch persönlich werde weiter vorbehaltlos hinter Gerhard Fonck stehen, wenn er denn kandidieren werde. „Wir haben 15 Jahre gut zusammen gearbeitet, da ist man auch zu einer gewissen Loyalität verpflichtet.“

Der FBK-Vorsitzende Günther Pageler kann eine Unterstützung eines CDU-Kandidaten auf jeden Fall ausschließen. Ob man Britta Schulz mit trägt, werde Mitte Januar entschieden. Aktuell bilden Forum, FBK und Grüne in vielen Fragen eine Interessensgemeinschaft.