Bergahorn wurde bereits gefällt

Andreas Gebbink
Der Ahorn vor dem Rathaus wurde gestern schnell gefällt.
Der Ahorn vor dem Rathaus wurde gestern schnell gefällt.
Foto: NRZ
Bergahorn wurde bereits gefälltCDU und SPD stimmten Mittwochabend für die Beseitigung des Baumes vor dem Rathaus. Morgens war er schon Geschichte

Kleve.  Da wurde die Säge sehr schnell angesetzt. Noch am Mittwochabend diskutierte der Hauptausschuss Kleve über die Beseitigung des Bergahorns vor dem Brunnenhaus und bereits in den frühen gestrigen Morgenstunden rückte die USK an und fällte den stattlichen Ahorn – gegen 12.30 Uhr wurden die letzten Überreste beseitigt.

Am Abend zuvor gab der Hauptausschuss mit den Stimmen von CDU und SPD grünes Licht für die Aktion. Der Ahorn nehme viel Licht und passe nicht in die künftige Gestaltung des Platzes, hieß es. Die Grünen sprachen sich vehement gegen eine Fällung aus. Wiltrud Schnütgen sagte, dass man die Argumente nicht nachvollziehen könne. Dieser stattliche Baum spende im Sommer Schatten und sorge für eine ansprechende Begrünung. „Diese Ecke wird sonst zu kahl“, so Schnütgen.

Auch Fraktionskollegin Hedwig Meyer-Wilmes ist der Meinung, dass insgesamt zu viele Flächen versiegelt werden und es zu wenige Grünanteile gibt: „Insgesamt wird um das Rathaus viel zu viel gepflastert.“ Sie verwies auf die Nachbarstadt Nimwegen, wo man jetzt die Waalkade stärker begrünen möchte, um mehr Lebensqualität zu schaffen (wir berichteten). Jürgen Rauer entgegnete, dass man 14 neue Bäume vor dem Rathaus pflanzen werde. Man habe darauf geachtet, dass es grün wird.

Die Mülltonen vor den schönen Klosterfenstern seien ein „no go“. Daniel Rütter (FDP) zeigte sich im Hauptausschuss über die Neuplanung des künftigen Rathausumfeldes noch nicht überzeugt: „Die Mülltonen können da auf keinen Fall hin. Diesen Platz halte ich für wesentlich wertvoller als die Neugestaltung des Kreuzganges zur Kavarinerstraße“, sagte Rütter. Zur Not müssten die Mülltonen halt auf die andere Seite des Rathauses. Auch die CDU ist mit den Planungen noch nicht einverstanden. Fraktionschef Wolfgang Gebing sagte, dass man mit der Gestaltung vor dem Brunnenhaus zwar sehr gut leben könne, die Lösung für die Mülltonnen, Fahrräder und Raucher sei jedoch nicht akzeptabel: „Wir möchten keine Müllcontainer, die mit 1,80 Meter hohen Zäunen versehen werden. Und auch die Raucher benötigen keinen überdachten Raucherplatz. Wir möchten an dieser Stelle kein Gebäude haben“, so Gebing.

Was darf es kosten?

Jürgen Rauer und Willibrord Haas betonten für die Verwaltung, dass man die Entscheidung des Rates akzeptieren und umsetzen werde. Man werde eine neue Planung einbringen: „Zur Wahrheit gehört aber auch, dass wir dann über Kosten sprechen müssen. Wir sind bereit, über Alternativen zu reden. Aber wenn wir über versenkbare Lösungen sprechen, dann reden wir auch schnell über 100 000 Euro“, mahnte Kämmerer Haas.