BedburgerNass eröffnet am 1. Dezember

Sie sind stolz auf die zügige Sanierung: Bürgermeister Peter Driessen (li.) und sein Team.
Sie sind stolz auf die zügige Sanierung: Bürgermeister Peter Driessen (li.) und sein Team.
Foto: Kleve
Nach viereinhalb Monaten Sanierung kann das Bedburger Hallenbad wieder genutzt werden. Zur Eröffnung gibt es keine große Feier – das Schwimmen soll im Mittelpunkt stehen

Bedburg-Hau..  Da plätschert’s wieder. Die Becken im BedburgerNass sind randvoll gefüllt und startklar. Nach viereinhalb Monaten Sanierung des Hallenbads ziehen planmäßig am 1. Dezember die Schwimmer am Rosendaler Weg wieder ihre Bahnen. Um die eigene Begeisterung für das Bauprojekt – das im Zeit- und Kostenrahmen (etwa 50 000 Euro unter der Zielmarke von 1,5 Mio.) blieb – schon vorher in den Griff zu kriegen, schauten sich viele der Macher ihr Werk jüngst beim Rundgang an. Statt gleich alle der 17 ausführenden Unternehmen zu präsentieren, konzentrierten sich Bürgermeister Peter Driessen und Baudezernent Dieter Henseler aber gerne auf den lokalen Bau-Nachwuchs.

Applaus, Applaus hieß es dabei für „junge Leute“ wie Andreas Schwalger von der Pfalzdorfer Firma Bascon Engineering, die die Bädertechnik realisierte, oder für Sabine Lotzmann und Lukas Stellmann vom Bedburg-Hauer Architektenbüro Formfactum. „Die hatten bis dahin eine Hallenbadsanierung eben nicht auf ihrer Referenzliste stehen“, freuten sich Bürgermeister und Baudezernent über die gezielte Förderung lokaler Köpfe.

Keine bösen Überraschungen

Schon vor dem eigentlichen Auftrag sei „auf ein Wort hin“, so Henseler, sehr viel Planungsvorarbeit gelaufen. Driessen freute sich über die „hervorragende Wahl“ des Teams, so eine Zusammenstellung habe man „nicht alle Tage“. Bis auf wenige Spezialanbieter kamen übrigens nur heimische Firmen zum Zuge.

Tja, was soll der „Nachwuchs“ da noch viel anfügen als Fakten: Planerisch sei eigentlich alles 1:1 umgesetzt worden, erklärt Bauleiterin Lotzmann. Kleine Zusatzarbeiten habe es am Dach gegeben. Dennoch haben sich „böse Überraschungen in Grenzen gehalten.“ Gut zu hören ist, das nun auch drei rollstuhlgerechte Kabinen mit Schiebetüren, ein entsprechendes WC und ein Lift am kleinen Becken zur Grundausstattung des Bades gehören.

Zur neuen Badtechnik gehören Filterpumpen, die weniger Strom verbrauchen. Außerdem wurden die alten Ablaufsiebe an den Becken durch Düsen ersetzt, die das einströmende Wasser breit verteilen. „Dadurch fließt das Wasser stärker und mit einer höheren Geschwindigkeit“, erklärt Andreas Schwalger. Für die Wasserreinigung ist das vorteilhaft. Im Keller wurden so ziemlich alle Rohre erneuert.

Für Schwimmbadleiterin Claudia Nienhuys und ihr Team bringt der Umbau eine große Arbeitserleichterung, auch in Sachen Sicherheit. Statt der bisherigen Chlorgastanks im Erdgeschoss, die die Bademeister entsprechend regulieren mussten, gibt es münzgroße Tablette aus Kochsalz – kombiniert mit Chlor. Ein Gerät muss mit den Tabletten gefüllt werden, es gibt die nötige Menge für die Wasserreinigung selbstständig ab. Das ist auch gut für die Umweltbilanz. Auch die verschiedenen Filterspülungen werden automatisch ablaufen, die letzten Einstellungen werden derzeit vorgenommen. Statt zig Hebel im Keller umzulegen, genügt ein Knopfdruck des Badteams, dann läuft alles im Bad rund – und Strom spart’s auch.

Norbert Fleurens Augenmerk, von Klever Firma Fleuren Engineering, lag nämlich auf der Verbesserung des Stromnetzes. Statt hoher Verbrauchsspitzen, sei der Stromverbrauch nun gleichmäßig, erklärt der Elektroplaner. Laufe das Bad 24 Stunden lang mit der neuen Technik, verbrauche es nun 900 KW/h statt der früheren 970 KW/h. Wie viel man beim Strom einspare – auch mit den stromsparenden Pumpen – lasse sich aber erst nach einem Jahr Erfahrung feststellen.

Kameras an den Schwimmbecken

Die Sicherheit der Schwimmer wurde von der Klever Firma übrigens durch Kameras an den Becken, die auch das Kassenpersonal einsehen kann, verbessert. Doch worüber sich Fleuren ehrlich freut, das ist die Zusammenarbeit der lokalen Akteure. Gab es etwas zu klären, ging das immer zügig – auch nach der eigentlichen Arbeitszeit.

Die Arbeit ist getan, das Bad ist fertig. Um 9 Uhr ist am 1. Dezember „Anschwimmen“ angesagt. Drinnen ist bis dahin alles tipptopp, sagt Henseler: „Der ein oder andere Krümel könnte draußen aber noch herumliegen.“

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