Bahnstrecke wird aufs Abstellgleis geschoben

Bürgermeister Theodor Brauer und Staatssekretär Gunther Adler eröffneten gestern den Alleenradweg in Kleve.
Bürgermeister Theodor Brauer und Staatssekretär Gunther Adler eröffneten gestern den Alleenradweg in Kleve.
Foto: WAZ FotoPool
NRW-Staatssekretär Gunther Adler äußerte sich skeptisch zur Finanzierung der Bahnstrecke Kleve-Nimwegen.Am Klever Bahnhof wurde gestern ein Teilstück des Alleenradweges eingeweiht

Kleve.. Gunther Adler wollte gestern eigentlich gar nichts von der Reaktivierung der Bahnstrecke Kleve-Nimwegen hören. Der Staatssekretär aus dem NRW-Verkehrsministerium war schließlich nach Kleve gekommen, um einen schönen neuen Radweg zu eröffnen und die Neugestaltung des Bahnhofumfeldes auf den Weg zu bringen. Das kostspielige Thema „Nahverkehr nach Nimwegen“ hätte er am liebsten unter den Tisch fallen lassen, auch wenn er weiß, wie enorm wichtig dies für die weitere Entwicklung der Studentenstadt Kleve ist. Auf NRZ-Nachfrage sagte er etwas von „Kosten-Nutzen-Rechnung“, „kein Thema im Moment“ und er guckte vielsagend: Leute, macht euch so schnell keine Hoffnungen.

Auf einem guten Weg ist hingegen die Neugestaltung des Bahnhofumfeldes: Die Stadt Kleve und die Bahnentwicklungsgesellschaft (BEG) werden noch in diesem Jahr einen Investor suchen können, der das Bahnhofsgebäude kauft. Thomas Lennartz, Chef der BEG, sieht zahlreiche Alternativen: Vom Wohnhaus bis zur Einkaufshalle sei vieles möglich. Staatssekretär Adler war „beeindruckt von dem Projekt“, es sei „beispielhaft in NRW“.

Bedburg-Hau macht nicht mit

Und dann der Radweg. Von Xanten bis Kleve gibt es bereits einige Teilstücke, die entlang der alten Bahnstrecke erstellt worden sind. Der Abschnitt von Xanten nach Marienbaum ist bereits fertig gestellt, in Kalkar befindet sich der Weg in konkreter Planung und in Kleve wurde im vergangenen Sommer die Strecke vom Wohnmobilstellplatz bis zum Klever Ring erstellt. Gestern eröffneten Brauer und Adler symbolisch das Stückchen vom Wohnmobilstellplatz bis zur Wiesenstraße.

Das Land gibt viel Geld für die Initiative aus. Allein für das kleine Teilstückchen in Kleve (475 Meter) waren 93 000 Euro fällig, hinzu kamen 20 000 Euro für die Anpflanzung von 29 Bäumen. Das Land hat 75 Prozent der Kosten getragen: „Der Alleenradweg auf dem Gebiet der Stadt Kleve ist nun realisiert. Über einen weiteren Ausbau zu einem lückenlosen Alleenradweg von Kleve bis Xanten wäre ich sehr froh“, sagte Bürgermeister Theodor Brauer und hatte damit auch die Nachbargemeinde Bedburg-Hau im Blick, die aus Kostengründen den Alleenradweg nicht anlegen möchte.

„Wenn unsere Haushaltssituation so bleibt, wird da auch nicht viel passieren“, sagte gestern Bürgermeister Peter Driessen auf Nachfrage.

 
 

EURE FAVORITEN