Bahnhofsumfeld Kleve steht in München im Fokus

Das Bahnhofsumfeldist auch wirtschaftlich ein interessantes Pflaster.
Das Bahnhofsumfeldist auch wirtschaftlich ein interessantes Pflaster.
Foto: Astrid Hoyer-Holderberg
Kleves Dezernenten Jürgen Rauer und Willibrord Haas reden auf der Expo Real über die weitereEntwicklung in der Unterstadt

Kleve/München.  Wie geht es mit dem Bahnhofsumfeld in Kleve weiter? Diese Frage haben Kleves Dezernenten Jürgen Rauer und Willibrord Haas auf der Gewerbeimmobilienmesse Expo Real in München mit Vertretern der Bahnentwicklungsgesellschaft und der Deutschen Bahn diskutiert. Wie berichtet, möchte die Stadt die Flächen vor dem Bahnhof und Richtung Pannofenstraße neu entwickeln. Die werde man auch in Abstimmung mit den Bahnvertretern machen, so Willibrord Haas. Unter anderem geht es auch um eine schienengleiche Anbindung des Parkplatzes mit dem Busbahnhof.

Ebenfalls auf der Agenda steht für die Klever Stadtspitze die Neuansiedlung von Einzelhandel in der Unterstadt. In München habe man Gespräche mit Einzelhandelsvertretern gemacht, um auszuloten, welche Ansiedlungen in Kleve sinnvoll sind und welches Potenzial für die Kreisstadt gesehen wird. „Wir wollen uns jetzt ein eigenes Bild machen“, so Willibrord Haas.

Angesichts der anhaltend guten Baukonjunktur in Kleve macht sich die Verwaltung auch mehr Gedanken über die Struktur und Gestaltung von neuen Wohnbaugebieten. Das Thema „soziale Stadt“ rücke in den Fokus. Denn es gehe nicht mehr nur darum, Wohnflächen zu schaffen, sondern auch, eine höhere Aufenthaltsqualität zu gewährleisten. Dazu zähle etwa das Platzkonzept, welches man auf den Weg gebracht habe oder das Projekt „Junge Mitte“, in dem Kinder ihre Vorstellungen von Kleve aufgezeigt haben.

Bei der Entwicklung des Geländes Margarine-Union habe man eine gelungene Grünplanung vorgelegt. Der private Investor habe auf seinem Grundstück eine größere Grünanlage integriert und auch Treffpunkte und Räume geschaffen. Dies sei für die Gestaltung der Stadt wichtig.

Ob dieses Ziele auch bei der Klimaschutzsiedlung an der Merowinger Straße erreicht worden sei, wollte Rauer noch nicht abschließend beurteilen. Er kenne die Kritik aus der Politik (wir berichteten), er bittet aber auch um Geduld: „Die Grünflächen wurden ja noch gar nicht entwickelt“, so Rauer. Man müsse erst einmal zwei, drei Jahre ins Land ziehen lassen, bevor man ein abschließendes Urteil fällen könne. Dass die Gebäude so massiv wirken, habe letztlich auch etwas mit dem Aspekt der Klimaschutzsiedlung zu tun, so Kämmerer Willibrord Haas. „Eine kompakte Bauweise ist für energiesparendes Wohnen nun mal notwendig“.

Die Situation für Gewerbeimmobilien in Kleve beschreibt Wirtschaftsförderer Dr. Joachim Rasch als robust. Eine Analyse habe ergeben, dass viele unterschiedliche Betriebe in den Gewerbegebieten vertreten sind: „Wir sind nicht mehr von einigen wenigen Großbetrieben abhängig“, so Rasch. Die Struktur der regionalen Wirtschaft beschrieb er als „Tausendfüßler“. Kleve habe einen gesunden Branchenmix.

Insgesamt vermarktet Kleve mehrere Hektar Immobilienflächen. Joachim Rasch spricht von einer guten Nachfragesituation: Er bekomme deutlich mehr Angebote als noch vor einem Jahr. Zehn Hektar erschlossenes Bauland könne man unmittelbar anbieten. Darüber hinaus werden im Gewerbegebiet Nellenwardgen weitere 13 Hektar erworben. Einen entsprechenden Ratsbeschluss gibt es bereits.

Im Gewerbegebiet Hamscher Hof könne man auch emissionsreichere Betriebe unterbringen, da die Abstände zu Wohnbebauung groß seien. Hier sieht er noch deutliches Potenzial, da solche Flächen kaum noch angeboten werden können.

 
 

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