Autofahrer bemerken Radspur kaum

Astrid Hoyer-Holderberg
Auch auf der Tiergartenstraße wurden nach der Sanierung der Kreuzung jetzt Fahrrad-Schutzstreifen markiert.
Auch auf der Tiergartenstraße wurden nach der Sanierung der Kreuzung jetzt Fahrrad-Schutzstreifen markiert.
Foto: Astrid Hoyer-Holderberg
Neue Schutzstreifen bekannter machen. Mehr Sicherheit auch auf der Ringstraße für Schüler ab 2017.

Kleve.  An der Ringstraße wird der Rad-Gehweg verbreitert, die Fahrbahn enger, so schafft Kleve für Radfahrer, vor allem Schüler, mehr Sicherheit im Straßenverkehr. In Parkbuchten bleiben 19 der heute 30 Stellplätze erhalten. Das stellte Pascal van Koeverden von der Bauverwaltung im Verkehrsausschuss vor. In Höhe Arnulfstraße – Ausgang des Vom-Stein-Gymnasiums – soll es eine Mittelinsel und Bushaltestelle geben. Für Planungsleistungen sind 25 000 Euro vorgesehen, für die Ausführung 270 000 Euro. Die Anfrage läuft, ob der Landesbetrieb Straßen die Finanzierung sicherstellen kann für die Straße. Der Gehweg wäre Sache der Stadt, die diesen Anteil gern übernehmen würde, sagte van Koe-verden. Es folge nun die Abstimmung mit der Verkehrsbehörde. Die Baumaßnahme steht bereits für 2017 im Etat.

Markierte „Schutzstreifen“ auf der Fahrbahn sollen einen Radweg ersetzen an der Römerstraße und an der Tiergartenstraße. Im Bereich vor dem Museum Kurhaus werde er von Radlern kaum benutzt, dort werde jetzt die Bordsteinkante abgesenkt. Vor allem aber Autofahrer erkennen diese neue Strichellinie nicht als Vorrecht-Bereich der Radfahrer an. Wiltrud Schnütgen (Grüne) sagte: „Es ist toll, was Kleve alles macht. Aber es nutzt nichts, wenn der Autofahrer es nicht mitkriegt“. Sie erinnerte, dass es früher Postwurf-Zettel „Der Stadtdirektor informiert“ gegeben habe. Ob man nicht auf diesem Wege jeden Bürger über die neuen Verkehrs-Rechte für Radfahrer informieren könne. Laut Etat sei der Posten für Info-Flyer zudem noch von 200 Euro auf 110 Euro gekürzt worden. Bürgermeisterin Sonja Northing räumte ein, das man eventuell Zettel an Windschutzscheiben klemmen könne. Man werde eine Lösung suchen.

Kleve hat mit dem Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) Kontakt aufgenommen, um eine Ko-Finanzierung für eine Rad-Bahn Richtung Kranenburg-Nimwegen zu bewirken. Weil Kranenburg nicht als finanzschwach gilt, würde es nicht 90 Prozent Förderung, sondern nur 70 Prozent bekommen. Darum will man den Anteil Kranenburgs am gemeinsamen Projekt mit 15 Prozent klein halten. Kranenburg hat das Anfang September befürwortet und 690 000 Euro bewilligt. Kleve muss bis 12. September die formelle Rückmeldung ans Ministerium geben, ob es sich im Bundeswettbewerb „Nahmobilität“ um Fördergeld bewerbt. Parallel gehe auf jeden Fall die Planung zur Rad-Bahn weiter.

Noch keine Stellungnahme bekommen die Nachbarn in Kranenburg zum beabsichtigten Errichten von zwölf Windkrafträdern am Kartenspielerweg. Baudezernent Jürgen Rauer sagte: „Unseres Erachtens sind die Unterlagen nicht aussagekräftig“, es fehlten Fotomontagen, welche optischen Auswirkungen solche Windräder über den Baumwipfeln aus der Klever Sicht hätten. Bisher gebe es nur Aufnahmen bei Nebel.

Für eine Baumaßnahem wird schon wieder die Briener Straße voll gesperrt, bedauerte die Verwaltung. 45 000 Euro werden am Bahndamm verbaut. Diesmal erfolgt die Sperrung während der Herbstferien ab 10. Oktober und dauere vier bis fünf Wochen.

Am Bahnhof werden 64 Fahrradständer ausgebaut und 35 Boxen, wovon fünf öffentlich und 30 vermietbar sind. Weitere Boxen sind am Rathaus geplant.

Die stadteigenen Umweltbetriebe haben den Holzbrücken in der Innenstadt einen rutschsicheren Belag verpasst.