Ausgeflogen - die Greifvogelstation ist weg

Greifvogel. Foto: Ute Gabriel / WAZ FotoPool
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Foto: WAZ FotoPool
Die Gemeinde Bedburg-Hau unterstützte den Verein LiKK mit 14 270 Euro für eine Greifvogelstation. Und die ist schon wieder verschwunden.

Bedburg-Hau. Kämmerer Georg Fischer möchte zu diesem Fall derzeit „lieber nix sagen“. Aus seinem Säckel unterstützte die Gemeinde Bedburg-Hau im vergangenen Jahr den Verein „LiKK – Landschaftspflege im Kreis Kleve“. Eine Zuwendung in Höhe von 14 270 Euro hat der Verein erhalten, vor dem Hintergrund, dass auf dem Gelände des Hofes Berkhöfel an der Uedemer Straße die damalige Greifvogelstation des Plantariaparks Twisteden untergebracht werden sollte. Mit der Unterstützung sollte der Verein einen Weg erstellen, um die Station zugänglich zu machen. In der Beschlussvorlage für den CDU-Antrag vom 17. Juni 2010 hieß es: „Der Verein beantragt die Unterstützung von notwendigen Wegebauarbeiten zur Errichtung einer Wild- und Greifvogelstation.“

Das Geld ist geflossen, der Weg auf dem Gelände wurde erstellt, nur die Greifvogelstation hat es nie richtig gegeben. Sie wurde im September 2011 nach einem sehr kurzen Gastspiel wieder abgebaut und wird im April im Weezer Tierpark wieder eröffnet.

Einige Gemeinderatsmitglieder in Bedburg-Hau fühlen sich vom LiKK-Geschäftsführer Markus van Aken hintergangen: Vollmundig habe dieser im Rat die Greifvogelstation vorgestellt, die Schaffung von Arbeitsplätzen hervorgehoben und die Führung von Schulklassen auf dem Gelände. Van Aken ist Geschäftsführer des Landschaftsarchitekturbüros „Geo3“, welches ebenfalls auf „Berkhöfel“ ansässig ist, und unter anderem Sportanlage konzipiert. „Der hätte problemlos den Weg selber bauen können“, ärgert sich heute FDP-Ratsmitglied Michael Hendricks. Und: „Anderen Vereinen gehen wir ans Portemonnaie und hier flossen 14 000 Euro für einen Verein, den keiner kennt.“

Der Antrag für den Zuschuss wurde von der CDU gestellt und damals habe es geheißen, dass das Geld schnell bewilligt werden müsse, da die Greifvogelstation in Twisteden unmittelbar vor der Schließung stand. Wie sich später herausstellte, arbeitet auch die Tochter eines CDU-Gemeinderatsmitgliedes auf Berkhöfel – bei „Geo3“.

Kämmerer: „Das ist nochnicht abgeschlossen“

Geschäftsführer Markus van Aken bestreitet heute, dass das Geld ausschließlich für die Greifvogelstation bestimmt war: „Der Zuschuss war für den Verein LiKK“, so van Aken. Der Verein leiste hervorragende Arbeit. Auf Berkhöfel ginge es um die Anpflanzung historischer Gemüsesorten und die Aufzucht von Schafrassen. Dass der Weg nur für die Greifvogelstation bestimmt gewesen sei, „ist so nie gewesen“, sagt van Aken.

Aus der Greifvogelstation wird in Bedburg-Hau vermutlich nichts mehr werden. Der zuständige Besitzer, Wilhelm Schnabel, ist mittlerweile nach Differenzen mit van Aken aus dem Verein LiKK ausgetreten und hat seine Greifvogelstation gleich mitgenommen. Schnabel hat seine Station vor kurzem im Weezer Tierpark errichtet.

Für Bedburg-Haus Kämmerer Georg Fischer ist der Fall allerdings „noch nicht abgeschlossen“. Er lässt die Vorgänge noch einmal prüfen. Fordert die Gemeinde ihr Geld zurück? „Dazu sage ich jetzt nichts“, sagt Fischer.

 
 

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