Auferstanden aus Ruinen

Haus Hönnepelwar früher mal ein Schloss — erbaut von Friedrich von Hönnepel im 14. Jahrhundert.
Haus Hönnepelwar früher mal ein Schloss — erbaut von Friedrich von Hönnepel im 14. Jahrhundert.
Foto: NRZ
Haus Hönnepel war im 17. Jahrhundert einmal eine große Wasserburg.Erhalten ist aber nur noch ein kleiner, aber feiner Teil der Anlage

Kalkar-Hönnepel..  Die Straße führt an der Kirche von Hönnepel vorbei, macht eine Biegung, schont sieht man weiter hinten das Wunderland – da liegt auf der rechten Seite, versteckt hinter hohen Bäumen, das Haus Hönnepel. Man sieht schon an der Einfahrt, dass es sich nicht um einen gewöhnlichen Bauernhof handelt. Denn die Einfahrt ist lang, umrahmt von zwei gemauerten Pfosten. Und das Haus selbst ist umgeben von einem Wassergraben.

Der berühmte Zeichner Jan de Beijer hat Haus Hönnepel 1746 auf Papier gebannt. Damals war es kein Haus, sondern ein Schloss. Der mittelalterliche Burgturm ist allerdings schon bei ihm eine Ruine, die Burgmauer hingegen macht noch einen ganz soliden Eindruck. Der Nordflügel des Schlosses könnte aus dem 16. Jahrhundert stammen, vielleicht gab es auch einen ähnlichen Südflügel. Erbaut wurde das Schloss ursprünglich wohl von Friedrich von Hönnepel Anfang des 14. Jahrhunderts. Wie der Kölner Erzbischof das Bauwerk fand, ist nicht überliefert. Wohl jedoch, dass er es für das seine hielt, da es auf seinem Territorium erbaut sei.

Adelssitz für viele Familien

Jedenfalls wohnten hier im Laufe der Jahrhunderte mehrere verschiedene adelige Familien, die von Bronthorst-Batenburgs beispielsweise und die von Quadt-Wickradts. Als Jan de Beijer das Schloss zeichnete, war es mit dem Adel in Hönnepel schon nicht mehr weit her. Der Freiherr van der Hoeven, dem das Schloss seit 1717 gehörte, galt nicht als qualifizierter Edelmann. Also verkaufte er es an den Freiherrn von Hertefeld, später scheint es noch einige Zeit im Besitz eines adeligen Regimentskommandeurs gewesen zu sein. Irgendwann um 1800 verfiel die Burg, weil sie nicht mehr bewohnt wurde, und schließlich riss man sie irgendwann im 19. Jahrhundert ab.

Heute ist von der ehemaligen Wasserburg nur noch der westliche Teil mit dem runden Eckturm zu sehen. So richtig gut betrachten kann man den Eckturm allerdings nicht, weil er von hohen Bäumen verdeckt wird. Dafür vermittelt die hübsche Bepflanzung des Burggrabens und der gute Zustand der alten Fassade immer noch einen gewissen herrschaftlichen Flair. Hinzu kommt die wundervolle Lage zwischen Kirche und Äckern. Hier ließ es sich bestimmt gut residieren und über die Streitereien der Hönnepeler Einwohner Gericht sitzen.

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