Alles eine Frage der Perspektive

Kranenburg-Grafwegen..  Die inhaltlichen Differenzen über das Windparkprojekt im Kranenburger Reichswald verhärten sich. Nachdem Bürgermeister Günter Steins im April in seinem vierteljährlich erscheinen Rathaus-Echo die Motive für die Errichtung der zwölf großen Windkraftanlagen erläutert hat, meldet sich jetzt die Gruppe der Windkraftgegner zu Wort, die an alle Kranenburger Haushalte eine Veröffentlichung zu dem Vorhaben verteilt hat.

5000 Haushalte informiert

In einer Presseerklärung teilt die Gruppe nun mit, dass man die Darstellungen des Bürgermeisters im Rathaus-Echo nicht teilen könne. „Die Veröffentlichung deckt sich nicht mit unserer Einschätzung des Projektes. Wir halten die inhaltliche Darstellung für unvollständig und in Teilen irreführend“, so Hubert Zillig, Vorsitzender des Vereins Gegenwind im Reichswald.

Ein Streitpunkt ist unter anderen auch die bildliche Darstellung möglicher Windkraftanlagen im Wald. Während im Rathaus-Echo ein Nahaufnahme aus einem Wald im Hunsrück den Eindruck vermittelt, dass die Anlagen wenig störend sind, zeigen die Windkraftgegner eine Aufnahme des jüngst aufgestellten Messturmes aus entfernter Perspektive. Hier ist die Wirkung eine deutlich andere.

Das so genannte „Reichswald-Echo“ der Windkraftgegner wurde jetzt an 5000 Haushalte verteilt. „Anders als im Rathaus-Echo dargestellt geht es um viel mehr als um die Beeinträchtigung des Landschaftsbildes. Durch den Bau von Windkraftanlagen im Reichswald würden zum Beispiel kulturhistorisch bedeutsame Merkmale des in seiner Gesamtheit bisher sehr ursprünglichen Gebietes unwiederbringlich zerstört. Auch würde von den Anlagen das Risiko einer Verschmutzung wichtiger Trinkwasservorkommen im Reichswald ausgehen. Von den negativen Folgen für die am und im Reichswald heimische Tier- und Pflanzenwelt ganz zu schweigen“, so Zillig. „Windräder sind Industrieanlagen. Sie erzeugen unter anderem eine erhebliche Geräuschkulisse und gehören nicht in Waldgebiete.“

Die Windkraftgegner sind davon überzeugt, dass der Windpark aus finanziellen Gründen errichtet wird.

Aufforstung der gerodeten Flächen

Bürgermeister Günter Steins betont hingegen in seinem Rathaus-Echo die energiepolitische Zielsetzung, aus Wind und Sonne Strom zu erzeugen – und nicht aus CO2-intensiver Verbrennung von Stein- und Braunkohle. Steins betont noch einmal, dass von der 2156 Hektar großen Waldfläche nur zehn Hektar für die Windräder benötigt werden. Der gerodete Kiefernwald würde an anderer Stelle wieder aufgeforstet.

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