Abwarten! „Das wird genial“

Architekt und Investor freuen sich auf den Hotelbau und wollen den Klevern die Skepsis nehmen. Beim NRZ-Bürgerbarometer gab es viele Zweifler

Kleve..  Wie gefällt den 400 von der NRZ befragten Klevern die Architektur in der „neuen“ Unterstadt? Die Gebäude der Hochschule treffen den Geschmack von drei Viertel der Bevölkerung, jung wie alt gleichermaßen(19 Prozent nicht). Anders verhält es sich beim gerade wachsenden Hotel Cleve, das sich zwischen Hochschule und City stellt: 19 Prozent finden es gut so (22 Proeznt der Unterstadt-Bewohner, nur 13 Prozent der Bürger aus den Außenbezirken mögen den Bau). Aber 53 Prozent lehnen Größe und Architektur ab – deutlich mehr Männer als Frauen. Einig sind sich darin übrigens Erwachsene unter 40 und über 60 Jahre, allein in der mittleren Altersgruppe und bei die Jugendlichen erwarten einige mehr ein optisches Plus durch den Hotelbau.

Entworfen haben die Kalkarer Architekten Gunnar Ader und Jochen Kleemann das neue Hotel Cleve in der Innenstadt. Allerdings haben sie das Vorhaben nur als Bewerbung bis zur Bauantragsbetreuung begleitet, „danach haben wir keinen Einfluss mehr,“ sagt Gunnar Ader. „Wir bedauern die jetzigen Spekulationen“ um die 1,30 Meter höhere Ausführung, wer da was falsch geplant habe. „Die Ausdehnung war von der Stadt exakt vorgegeben“, sagt er, und das habe sein Büro eingehalten. Zu mächtig komme ihm das Projekt generell nicht vor, bedenke man, dass auch der Rathaus-Neubau jetzt vier Geschosse plus Dach erhalten werde. „Zum Wasser hin liegt die Terrasse nach Süd-Südwest, sie wird eine super Sache. Das belebt die Innenstadt“, ist Ader überzeugt. „Was das Hotel hoffentlich auch ausmachen wird, ist die Erdgeschoss-Zone mit abwechslungsreicher Gastronomie“ für jedermann und für Hotelgäste. Die Ausgestaltung bestimme ein Innenarchitekt.

Sind das Hotel und der geplante Volksbank-Neubau gegenüber kleinteilig genug in der Nachbarschaft der Hochschule, deren Hamburger Architekten ja extra eine ‘Kleinteiligkeit’ für die Kreisstadt Kleve umsetzten? „Die Häuser an der Hafenstraße waren nicht niedriger. Die Volksbank rückt nur etwas näher an den Kanal heran“, sagt Gunnar Ader.

Für den Bauherrn „Zevens Invest“ nimmt Mitarbeiter Jochen Koenen die Skepsis der befragten Bürger zur Kenntnis: „Ich nehme respektvoll an, was andere denken. Aber lassen Sie das Hotel erst einmal fertig sein. Das wird so ein geiles Gebäude! Ich bin 52, aber ich darf das so sagen“, schwärmt er in aktueller Jugendsprache. „Wunderschön“ ergänzt er für die Älteren.

„Weil da noch nie ‘was stand“ sei es in den Augen der Bürger jetzt so mächtig. Aber er erinnert, wie die Bensdorp-Keksfabrik einst mit Gebäuden die Unterstadt bestimmte. Er beschreibt, wie das Hotel wirken soll.

Glasbalkone luftig leicht

„Naturstein im Erdgeschoss, Glasbalkone und hochwertige Alu-Fenster luftig und leicht in den Obergeschossen“, mit weißer, wärmegedämmter Fassade. Die Formsprache des Gebäudes sei spannend, „nicht gerade, sondern halb gebogen mit zwei Kopfbauten“.

Auch Koenen sieht das absolute Highlight des Projekts in der Terrasse am Wasser und „dem Blick in die untere Fußgängerzone bis rauf zum Kaufhof. Das wird genial!“ Als Restaurants sieht er neben dem Hotel-Frühstückscafé übrigens einen Nudel-Schnellimbiss „Mama Minuti“ und ein „Fisch- und Seafood-Restaurant“ vor. Im März plant Zevens Invest eine Baustellenparty für die Handwerker, die auch in den kalten Winterzeit durch arbeiteten.

Jochen Koenen erinnert, dass die Bürger selbst in der Bürgerbeteiligung Unterstadt diese Variante mehrheitlich gewählt hätten. Das würde nun „eins zu eins“ umgesetzt.

Eins zu eins bis auf einen Meter dreißig? Wie konnte es kommen, dass das Hotel nun um 1,30 Meter höher wird als beantragt? „Wir haben das Bauvorhaben schnell begonnen und manches erst in der Bauphase geklärt. Wir als Bauherr haben grundsätzlich keinen Vorteil davon, dass es größer wird, da ist kein Hotelzimmer mehr entstanden“, sagt Koenen.

„Da hatte sich eine falsche Zahl eingeschlichen, weil unsere Bezugsgröße die Höhe der Herzogbrücke war, 16 Meter über dem Meeresspiegel, aber gerechnet wurde mit 16,85 Meter ab Straße. Also gab es da 85 Zentimeter Differenz. Die zweite Differenz von 45 Zentimetern, die keinen interessieren, passieren bei vier Geschossen plus Staffelgeschoss schon mal.“

 
 

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