30 Bäume fürs Gymnasium

Eltern, Lehrerinnen, Schulleiter, Gartenbauer aktiv. v.l.: Bettina Kracht, Janina Kaunat, Anne Lamprecht, Dr. Christoph Peters, Peter Tiede-Arlt, André Gindler.
Eltern, Lehrerinnen, Schulleiter, Gartenbauer aktiv. v.l.: Bettina Kracht, Janina Kaunat, Anne Lamprecht, Dr. Christoph Peters, Peter Tiede-Arlt, André Gindler.
Foto: Kleve
Und 350 Heckenpflanzen. Förderverein, Eltern und Sponsoren verschönern den Eingangsbereich vor dem Schulgebäude in Goch – pädagogisch wertvoll

Goch.  Frauen an der Schüppe. Die Lehrerinnen Janina Kaunat und Anne Lamprecht stechen das Pflanzloch aus, Maren Gehl von der Baumschule Gindler macht’s vor, Volker Pleines und André Gindler machen’s voll – diesmal mit dem Wurzelballen eines Amber-Baumes, der im Herbst seine herrliche Färbung bekommt. Mit Pflanzen von fast allen der sieben Kontinente wird der Eingangsbereich des Gocher Gymnasiums (GoGy) in diesen Herbstferien verschönert.

Eltern, Schulleitung und Sponsoren legten sich ins Zeug, um gestern von morgens bis abends mit 30 wertvollen Bäumen und 350 Hainbuchen als Hecke die Grünanlage an der Hubert-Houben-Straße einladender zu gestalten. Eine Menge Holz. „Wir machen keine halben Sachen“, ist Bettina Kracht für die Elternpflegschaft stolz.

Das Tagwerk wurde zwei Jahre lang vorbereitet. Gewichtigen Anteil daran hatte der Vater Peter Tiede-Arlt. Er hat Expertenwissen als Versuchsingenieur beim Versuchszentrum Gartenbau Straelen, Arbeitsgemeinschaft Neue Zierpflanzen, „und hat die Idee zur eigenen Sache erhoben“, lobt Schulleiter Dr. Christoph Peters.

Das Projekt wurde nicht nur mit dem Kommunalbetrieb der Stadt abgestimmt, der Men-Power und Maschinen stellte, sondern auch mit den Fachschaften der Schule. Denn es wäre nicht diese Adresse, wenn nicht auch ein pädagogischer Gedanke verbunden würde. Die Sparten Biologie, Geographie und Chemie ziehen ihren Nutzen aus dem Grün vor der Tür. Schüler lernen im Biologieunterricht Effekte phytohormoneller Steuerungsprozesse der Pflanzen oder die Darwin’sche Evolutionstheorie. Die Chemiekurse widmen sich den Inhaltsstoffen, etwa dem Salicin der Weide, Grundlage für das Schmerzmittel „Aspirin“ (Acetylsalicylsäure) oder befassen sich mit Pflanzenschutzmitteln. Die Geographie führt über die Kontinente, betrachtet klimatische Bedingungen. In Wirtschaftslehre können die Jugendlichen die Bedeutung verschiedener Baumarten für Möbelindustrie, Instrumentenbau oder Obstsorten bewerten.

Einen Zier-Apfelbaum gibt es nun am GoGy, dessen kirschgroße, knallrote Früchte durchaus essbar sind, verspricht Tiede-Arlt. Und eine Felsenbirne als Hochstamm wächst dort sowie Eschenahorn, Mispel und Taschentuchbaum, Feige und Mammutbaum. „Wir beabsichtigen, irgendwann mit dem Auto unten durch zu fahren“, witzelt Peter Tiede-Arlt (der für den Kontinent Australien aus seinem Zimmerpflanzen-Fundus schöpfen wird).

Der Obelisk, Monument vom ersten Abi-Jahrgang im Schulneubau 2001, wird mit zwölf Rotbuchen in Säulenform gesäumt, für jedes Schuljahr der 800 Gymnasiasten eine.

Die Baumschulen Gindler und Höfkes (Kempen) gewährten großzügig Rabatt und schickten Pflanzteams mit. Die Sparkasse gab 2000 Euro zu dem „überraschenden“ Antrag, so Marketing-Mann Jochen Rademacher. Förderverein und Eltern gaben reichlich Spenden dazu.

 
 

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