112 Fahrer zahlten Verwarngeld

Foto: Evers, Gottfried (eve)

Kleve..  In vielen Ländern Europas hat gestern ein „Blitzmarathon“ stattgefunden, um das Tempo der Verkehrsteilnehmer zu kontrollieren. In Kleve wurde beispielsweise auf der Annabergstraße gemessen. Heute endet die Aktion der Polizei.

Werner Michajlezko, Polizist aus Kleve, stoppt mit seiner signalroten Kelle eine Autofahrerin auf der Annabergstraße in Materborn. Dort ist als Höchstgeschwindigkeit lediglich ein Tempo von 30 km/h erlaubt.

Kontrollstelle Annabergstraße

Gründe gibt es für das Tempolimit viele: An der Straße liegen ein Altenwohnheim und eine Grundschule, zudem gibt es einige Einmündungen, an denen die Regel „rechts vor links“ gilt. Deshalb ist die Annabergstraße eine der Kontrollstellen, an denen die Klever Polizei im Rahmen des ersten europaweiten Blitzmarathons die Geschwindigkeit der Verkehrsteilnehmer gemessen hat.

Auf das Stopp-Signal von Polizist Werner Michajlezko hin bremst die Frau. Ihr angespanntes Gesicht verrät, dass sie Böses ahnt: „47 km/h, anstatt der erlaubten 30 km/h, das macht ein Verwarnungsgeld von 25 Euro“, sagt Michajlezko.

Allein in der Zeit von sechs bis elf Uhr morgens waren im Kreis Kleve die Geschwindigkeiten von 3426 Fahrzeugen gemessen worden. Davon bekamen elf Fahrer eine Anzeige und 112 Fahrer mussten ein Verwarnungsgeld bezahlen, teilte Polizeisprecherin Manuela Schmickler gegen Mittag mit. Es ginge bei dem Blitzmarathon nicht darum, möglichst viele Gelder einzunehmen. Vielmehr wolle man mit der Aktion in das Bewusstsein der Fahrer dringen. „Unfälle mit Fußgängern und Radfahrern werden zu 50 Prozent von den Autofahrern verursacht. Jedoch sind es meist nur die Fußgänger und Radfahrer, die bei den Unfällen verletzt werden, nicht die Autofahrer“, sagt Schmickler.

Die Klever Temposünderin auf der Annabergstraße hatte eine Erklärung für ihre zu schnelle Fahrt: „Ich muss ganz dringend auf die Toilette, darf ich jetzt bitte weiterfahren“, fragte sie die kontrollierenden Beamten. Sie durfte – nachdem sie das Verwarnungsgeld bezahlt hatte.

Auf bis zu 1000 Meter Entfernung kann die Polizei mit Radar-Messgeräten die Geschwindigkeiten von Verkehrsteilnehmern überprüfen. Durch das Objektiv lassen sich jedoch nicht nur Temposünder ausmachen: „Werner, der Ducato-Fahrer da hinten ist nicht angeschnallt“, ruft Polizist Jürgen van Os seinem Kollegen zu.

„Natürlich werden auch solche Ordnungswidrigkeiten während des Blitzmarathons geahndet. Wir schauen hier nicht nur auf die Geschwindigkeit“, sagt Schmickler.

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