Zugverbindung nach China soll Logistikstandort Herne stärken

Der Testzug aus dem  chinesischen Lianyungang erreichte am Dienstag das Container-Terminal der WHE in Herne und wurde dort von Vertretern aus Politik und Verbänden empfangen.
Der Testzug aus dem chinesischen Lianyungang erreichte am Dienstag das Container-Terminal der WHE in Herne und wurde dort von Vertretern aus Politik und Verbänden empfangen.
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Im Container-Terminal der WHE traf nun ein Testzug aus dem chinesischen Lianyungang ein. Die Zugverbindung soll den Logistikstandort Herne stärken.

Herne.. Hinter dem Führerhäuschen reihen sich vier gelbe Container, dahinter kommen unzählige blaue Behälter, deren Ende von vorn gar nicht abzusehen ist. Mit rund 40 Containern an Bord, unter anderem gefüllt mit Elektronikartikeln, ist Dienstagmittag am Terminal der Wanne-Herner Eisenbahn und Hafengesellschaft (WHE) im Wanner Westhafen ein Testzug aus Lianyungang in China begrüßt worden.

Auch wenn der Zug bereits in der Nacht zu Dienstag in Herne eintraf: Für die geladenen Gäste fuhr der Zug um kurz vor zwölf im Terminal am Wanner Westhafen ein. Die Zugverbindung zwischen Wanne-Eickel und China, die die städtische Tochter WHE gemeinsam mit der Lianyungang Port Group umsetzt, soll den Logistikstandort Herne stärken. „Unsere Kunden profitieren von der Verbindung, und auch in China werden neue Netzwerke durch die Anbindung an das Container-Terminal erschlossen“, sagte WHE-Geschäftsführer Christian Theis. Er bezeichnete die Strecke als Sinnbild für einen prosperierenden Logistikstandort Herne. Eine Strecke von etwa 11.300 Kilometern legte der Zug auf seiner Reise in den vergangenen 17 Tagen zurück und durchfuhr dabei acht Zeitzonen und Länder wie Kasachstan, Russland und Polen. Zur Ankunft in Herne kamen Vertreter aus Politik und Verbänden zum Container-Terminal. Auch Karola Geiß-Netthöfel, Direktorin des Regionalverbandes Ruhr (RVR), war darunter und betonte in ihrer Rede die Bedeutung internationaler Beziehungen. „Dies ist nicht nur ein wichtiger Tag für Herne, sondern für das ganze Ruhrgebiet, denn Handel und Logistik sind wichtig für die Region.“ Oberbürgermeister Frank Dudda unterstrich diese Bedeutung und meinte: „Durch die Direktverbindung ans Gelbe Meer gewinnen wir nicht nur eine neue Wirtschaftskraft, sondern auch Internationalität.“ Das Frachtgeschäft auf der Schiene habe sich rasant entwickelt. „Unsere These ist, dass sich das fortsetzen wird“, so der OB.

Betrieb soll Ende des Jahres anlaufen

Zur Ankunft in Herne war ursprünglich eine chinesische Delegation erwartet worden. Aufgrund von Visaproblemen musste diese jedoch kurzfristig absagen. Gregory Vojack, ein Vertreter der kasachischen Eisenbahngesellschaft, war zur Begrüßung des Testzuges angereist und warb bei den Anwesenden gleich dafür, dass auch aus Herne Produkte auf die Strecke geschickt werden. Dem sollte nichts im Wege stehen, denn: „Unsere Intention ist, einen regelmäßigen Verkehr zwischen Herne und Lianyungang zu etablieren“, sagte Theis. Ende des Jahres soll der Betrieb anlaufen.

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