Zionskirche lässt sich ins Innere blicken

Das Dach des alten Gemeindehauses ist bereits abgetragen. Foto: Thomas Schild
Das Dach des alten Gemeindehauses ist bereits abgetragen. Foto: Thomas Schild
Foto: WAZ FotoPool
Die Kirchengemeinde Bladenhorst-Zion investiert 1,2 Millionen Euro. Dafür entsteht bis zum kommenden Frühjahr ein transparenter Anbau, der Passanten in die Kirche blicken lässt.

Herne..  Überholt, nicht mehr zeitgemäß, einfach alt – so lauten die Urteile, die sich an diesem Morgen ihre Wege über den schmalen Vorplatz der Zionskirche bahnen. Gleich neben der Kirche steht es noch, das alte Gemeindehaus der Kirchengemeinde Bladenhorst-Zion. 50 Jahre hat dieser Klinkerbau an der Roonstraße nun seine Dienste verrichtet. Und jetzt ist Schluss. Es ist Montagmorgen, das Dach ist schon abgetragen und in den nächsten 14 Tagen soll kein Stein mehr auf dem anderen stehen.

Keine Abschiedsfeier

Gemeindepfarrer Michael Brandt ist gekommen, Superintendent Reiner Rimkus und Bezirksbürgermeisterin Henny Marquardt auch. Sie alle stehen jetzt vor einem Bauzaun, der im großen Bogen um das alte Gemeindehaus aufgestellt wurde. Es ist eine Abschiedsfeier, nur traurig sind sie nicht.

An gleicher Stelle soll bis zu den Osterfeierlichkeiten im nächsten Jahr eine neue Begegnungsstätte entstehen, eingeschossig, geräumig und funktional, energieeffizient, dachbegrünt, mit viel Glas, ebenso viel Licht. „Wir haben es nicht so gerne“, sagt Pfarrer Brandt, „wenn wir als Gemeinde altertümlich rüberkommen.“ Darum der neue, moderne Bau. Das ist ein Grund. Ein anderer: Das nun im Abriss befindliche Gebäude war nicht barrierefrei. Die Toiletten etwa waren im Keller. „Die Leute kamen nicht mehr die Treppe herunter“, sagt Bärbel Steinbach vom Presbyterium, „es musste irgendwas passieren.“ Zwei Jahre wurde geplant, jetzt passiert etwas.

Kosten: 1,2 Millionen Euro

Rund 600 Quadratmeter soll der neue Anbau groß werden, 1,2 Millionen Euro kostet das Bauvorhaben, die Idee eines Dortmunder Architekturbüros. Der Clou: Ein großes Sichtfenster, sechs Meter hoch und drei Meter breit, mit Blick in das Kirchenschiff. Von der Straße aus sollen Passanten sehen können, was in der Kirche passiert.

„Wir werden uns hier versammeln können“, freut sich Bezirksbürgermeisterin Henny Marquardt. Sie selbst ist hier Gemeindemitglied, das betont sie immer wieder. Und das stehe heute selbstverständlich im Vordergrund. Die SPD-Aufsteller links und rechts vor der während der Bauarbeiten geschlossenen Zionskirche müssen irgendwie vom letzten Straßenwahlkampf stehengeblieben sein, und der SPD-Sonnenschirm – sicher nur der Sonne wegen. Und dann taucht auch noch die umtriebige Michelle Müntefering auf, die war wohl gerade in der Gegend...

So stehen sie jetzt da, es gibt Käsebrötchen, Schinkenbrötchen und einen Sekt auf den Neubeginn. „Es wird wunderschön“ sagt Michael Brandt. Der Rohbau soll bis Weihnachten stehen.

 
 

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