Wohnungsverkauf löst Skepsis aus

In Dortmund protestierten 2010 Mieter mit Transparenten gegen die Methoden Griffin.
In Dortmund protestierten 2010 Mieter mit Transparenten gegen die Methoden Griffin.
Foto: WR
Der bevorstehende Wohnungsverkauf des Immobilienfonds Griffin an einen Schweizer Finanzinvestor löst beim Herner Mieterverein deutliche Skepsis aus. „Wir haben die Befürchtung, dass die Situation nicht besser wird, sondern es ähnlich weitergeht wie bisher“, sagt Tanja Falke.

Herne..  Der bevorstehende Wohnungsverkauf des Immobilienfonds Griffin an einen Schweizer Finanzinvestor löst beim Herner Mieterverein deutliche Skepsis aus. „Wir haben die Befürchtung, dass die Situation nicht besser wird, sondern es ähnlich weitergeht wie bisher“, sagt Tanja Falke, Rechtsassessorin beim Mieterverein.

Denn der Griffin-Fonds, der in Herne 545 Wohneinheiten in seinem Bestand hat (etwa am Scharpwinkelring), ist beim Mieterverein bekannt.

Das Verhaltensmuster von Griffin passe in das Raster, mit dem sich Fonds das Prädikat „Heuschrecke“ erworben haben. „Es ist das alte Lied, dass Wohnungen als Investitionsobjekt dienen“, sagt Falke. Folge: Die Substanz der Wohnungen rutsche mit der Zeit ab, weil Reparaturen, etwa an Fenstern, herausgeschoben würden oder Wartungsarbeiten ausblieben, zum Beispiel an den Heizungsanlagen. Da die Mieter in diesen Fällen nicht die Möglichkeit hätten, selbst Abhilfe zu schaffen, sei es vorgekommen, dass sie in kalten Wohnungen hätten frieren müssen, erläutert Falke.

Darüber hinaus gebe es mit Griffin um die Nebenkostenabrechnungen Streit, der auch vor Gericht ausgetragen werde. „Hier werden die Mieter in einem Maße regelrecht gequält, das beeindruckend und unerträglich ist“, findet der Vereinsvorsitzende, Rechtsanwalt Thomas Reuter, klare Worte.

Nebenkostenabrechnungen

Darum geht es: Griffin hat, laut Mieterverein, in seinen Nebenkostenrechnungen Serviceleistungen für Hausmeister aufgelistet. Allerdings meldeten sich beim Mieterverein Betroffene, die sagen: Es gibt keine Hausmeister. Außenreinigung, Schneefegen - all diese Dinge erledigten sie selbst. Laut Falke handelt es sich nicht um Einzelfälle, rund 120 Mietparteien hätten sich deshalb gemeldet, „wir sind regelrecht überschwemmt worden“. Bei manchen Mietern seien die - nicht vorhandenen - Hausmeisterleistungen nach den Heizkosten der zweitgrößte Posten gewesen. 280 Euro pro Jahr. „Mehr als für Wasser- oder Müllgebühren“, so Falke. Mieter, die den entsprechenden Betrag zurückgehalten hätten, seien von Griffin verklagt worden. Doch später habe das Unternehmen Klagen entweder zurückgenommen, weil der Mietvertrag eine klare Sprache zugunsten der Bewohner sprach, oder sei von den Forderungen abgerückt.

Deshalb beschleicht Falke angesichts des Verkaufs ein ungutes Gefühl. Mieter, die rund 40 Jahre in den Wohnungen lebten, hätten geklagt, dass sich mit jedem Verkauf die Lage verschlechtert habe.

 
 

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