Herne

Wohnen in der eigenen Spielhalle

Ingo Behlau in seiner Wohnung in Herne-Mitte. Beim Zocken versucht er den Highscore zu knacken.
Ingo Behlau in seiner Wohnung in Herne-Mitte. Beim Zocken versucht er den Highscore zu knacken.
Foto: Ralph Bodemer
Ingo Behlau (46) ist leidenschaftlicher Sammler von Videospiel- und Flipperautomaten. In seiner Wohnung an hat er sich ein Zockerparadies eingerichtet.

Herne.  Überall in der Wohnung in Herne-Mitte stehen sie: blinkende und flackernde Spielautomaten mit leuchtenden Bildschirmen. Stünden nicht zwischen dem Einen oder Anderen die gewohnten Einrichtungsgegenstände, wie Regale, eine Couch oder eine Küchenzeile, könnte man sich auch in einer öffentliche Spielhalle befinden. Aus allen Ecken ist die Musik der elektronischen Geräte zu hören. Die Dekoration in Form von Videospiel-Figuren schmücken die Wände des Appartements. „Mit Hilfe eines guten Freundes konnte ich mir meine vier Wände nach meinem Hobby einrichten und gestalten. Dafür bin ich ihm bis heute sehr dankbar. Wenn ich überlege, ich hätte die Automaten mit einem Gewicht bis zu 140 Kilogramm alleine in den dritten Stock tragen müssen, wäre ich jetzt sicherlich nicht mehr so fit“, schmunzelt der hauptberufliche IT-Supporter.

Kindheitstraum erfüllt

Seit seinem zwölften Lebensjahr spielt der 46-Jährige Videospiele. „In Recklinghausen kannte ich damals jeden Automaten, ob in der Pommesbude oder in unterschiedlichsten Kaufhäusern. Auch in Spielotheken war ich Stammgast“, berichtet er. Als dann die ersten Simulationen der Automatenspiele auf dem Rechner gespielt werden konnten, wurde sein Wunsch nach einem reellen Automaten immer größer. „Es ist einfach nicht das Gleiche, ob ich am Automaten oder am PC flippere. Aus diesem Grund habe ich mich dann gezielt im Internet nach Verkaufsanzeigen für alte Flipper- und Spielautomaten umgeschaut. Vor acht Jahren kam es dann zum ersten Kauf. Damit habe ich mir einen Kindheitswunsch erfüllt“, erzählt Behlau.

Bis zu 1600 Euro für einen Flipper

Mittlerweile ist aus dem Einzelstück eine Sammlung von 25 Flipper- und Spielautomaten geworden. Zwei davon sind sogar aus den USA importiert. „Der ganze Spaß ist natürlich auch nicht billig. Die Preise für die Flipper-Automaten liegen im Durchschnitt bei 1600 Euro. Die Videoautomaten sind hingegen schon ab 500 Euro zu bekommen. Oft kaufe ich auch defekte Geräte und repariere diese dann eigenständig in meinem Werkstatt-Zimmer“, so der Herner. Dort befindet sich, neben zahlreichen Ersatzteilen, auch eine Teststation für restaurierte Videospiele. Für einige Ausbesserungen habe er auch schon mehrere Monate gebraucht. Doch diese Zeit nehme er sich gerne, da es zu seinem Hobby einfach dazugehöre. „Es ist einfach eine Herausforderung die Fehler zu beheben“, berichtet er.

Offizieller Club in Planung

Zum Zocken kommt Behlau meist nur einmal wöchentlich für ca. eine Stunde. „Mit meinen Kumpels veranstalte ich hier auch Spielabende. Dann wird aus einer Stunde mal schnell eine ganze Nacht. Schließlich möchte jeder den vorhandenen Highscore des jeweiligen Automaten knacken“, so Behlau. Da das Daddeln in Gemeinschaft, nicht nur für ihn viel lustiger ist, plant er zusammen mit seinen Kollegen einen offiziellen Club für Gamer zu gründen.

„Das Grundgerüst steht schon. Jetzt fehlt nur noch die praktische Umsetzung, die hoffentlich bald beginnen kann“, wünscht sich Behlau. „Auch alle neu Interessierten sind bei uns dann herzlich Willkommen.“

 
 

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