Wo sich Kunst, Architektur und Natur treffen

Ab den 1980er-Jahren bezieht die Kunst im öffentlichen Raum die Natur und die Umwelt mit ein. Künstler nutzen vor Ort aufgefundene Dinge und bauen sie mit in die künstlerische Konzeption ein. In den 1990er-Jahren setzt eine künstlerische Bewegung ein, in der Architektur und bildende Kunst zu verschmelzen beginnen. Auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Mont-Cenis treffen sich beide Bewegungen.

Hülle aus Glas, Holz und Stahl

1999 wurde die Fortbildungsakademie des Landes als Ergebnis eines Architekturwettbewerbes der Internationalen Bauausstellung Emscherpark auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Mont Cenis gebaut. Das Team um die französischen Architekten Francoise Jourda und Gilles Perradin entwarf ein ganz besonderes Zusammenspiel aus einer durchsichtigen Hülle aus Glas, Holz und Stahl mit einem inneren Gebäudekomplex. Schaut man von außen auf das Gebäude, lässt die äußere Hülle den architektonischen Kern fast verschwinden. Im Inneren hingegen strukturieren die hohen Holzstützen und Dachträger den ganzen Raum. Sie schaffen einen Rhythmus, der sich über den ganzen Innenraum hinzieht und der die eigentlichen Gebäude fast nebensächlich erscheinen lässt. Sie unterstützen durch ihre helle Farbe das einfallende natürliche Licht, was dem Ganzen etwas sehr Luftiges und Leichtes verleiht.

Hinter der Akademie erstreckt sich das „Trümmerfeld“ von Hermann Prigann. Es ist auf einer rechteckigen Fläche angeordnet, die schräg zu dem Akademiegebäude ausgerichtet ist. Das gesamte Feld ist durch eine Kiesschüttung deutlich vom umgrenzenden Rasen abgehoben. Hermann Prigann nutzt die auf dem Gelände nach dem Abbruch der Zeche Mont Cenis vorhandenen Trümmer. Grobe verfallene Mauerteile, schräge Betonplatten, Fundamentblöcke, aus denen noch der Stahl ragt, rostige Eisenfragmente arrangiert er zu einem begehbaren Feld.

Begrenzt wird die Fläche durch eine Reihe von Pfeilern aus den alten Zechengebäuden. Sie sind wie antike Säulen aneinandergereiht. Doch diese Säulen tragen keine Decken mehr, sondern verweisen in den Himmel. Zugleich erinnern gerade diese Säulenreihen auch an die Trümmer von antiken Tempeln. Mit den Säulen und anderen einzelnen Trümmerelemente wird scheinbar auf einen möglichen architektonischen Zusammenhang verwiesen. Man meint zu erahnen, was sie vielleicht einmal waren, aus welchen Gebäuden sie stammen oder welche Funktion sie einmal hatten. Doch letztlich bleiben hier nichts als Vermutungen und Spekulationen.

Betonreste von der Zeche

Hermann Prigann erinnert mit seinem „Trümmerfeld“ an die nicht mehr vorhandene Zeche Mont Cenis. Es ist ein Denkmal der besonderen Art. Es bewahrt einige wenige Reste, wenn auch nur als Trümmer. Es markiert den Ort der ehemaligen Zeche. Das „Trümmerfeld“ wird zugleich in die neu gestaltete Landschaft eingebettet.

Um das gesamte Gelände zieht sich das Lichtband des Düsseldorfer Künstlers Mischa Kuball „Oval Light“. Er hat auf filigrane Masten 41 blaue Lichter gesetzt. Die Masten reihen sich in einer Höhe zwischen 2,20 m und 17,45 m auf. Sie stehen zusammen mit Pappeln entlang eines ovalen Weges. Dieses Oval umgrenzt den gesamten Komplex aus Akademiegebäude und Trümmerfeld. Die Lichter beschreiben zugleich eine Bewegung in die Höhe, die wieder zu ihrer Ausgangshöhe zurückkehrt. Bei Dunkelheit scheinen die blauen Lichter fast zu schweben. Mit diesem Lichtband wird das gesamte Gelände markiert und abgegrenzt.

Das Ensemble aus Akademiegebäude, „Trümmerfeld“ und „Oval Light“ wird zusammen zu einem ganz besonderen Ort. Hier treffen sich Erinnerungen, Ortsgeschichte, Kunst, Natur und Architektur. Sie fördern und unterstützen sich gegenseitig.

 
 

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