Wo Radfahrer in Herne aufpassen müssen

Franziska Gerk
Wie hier am Kulturzentrum, wo der Radweg auf die Fahrbahn führt, müssen Rad-, wie auch Autofahrer aufmerksam sein. Das wissen auch Petra und Bernd Wirkner.
Wie hier am Kulturzentrum, wo der Radweg auf die Fahrbahn führt, müssen Rad-, wie auch Autofahrer aufmerksam sein. Das wissen auch Petra und Bernd Wirkner.
Foto: Bodemer
Im Straßenverkehr gibt es auch für Radfahrer einige Regeln zu beachten. Zum Beispiel beim Fahren auf dem Gehweg oder mit Alkohol am Lenker.

Herne.  Wer viel mit dem Rad unterwegs ist, der erlebt im Straßenverkehr oft brenzlige Situationen. Wer ist Schuld? Autofahrer, Radfahrer oder Fußgänger? In unserer neuen Serie „Sicherheit im Straßenverkehr“ erklärt Polizeihauptkommissar Hans-Peter Müller, Leiter des Verkehrskommissariats und unter anderem auch für Herne zuständig, heute die Regeln im Umgang mit dem Radfahren.

Alkohol bei Radfahrern

Grundsätzlich gelten für Radfahrer die selben Pflichten wie für Autofahrer auch, erklärt Müller: „Das bezieht sich unter anderem auf das Rechtsfahrgebot, die Beachtung von Ampeln, das Verbot des Gebrauches eines Mobiltelefons, die Vorfahrtsregelung und sonstige Pflichten eines Fahrzeugführers.“ Auch das Radfahren unter Alkoholeinfluss gehöre dazu, obwohl viele Radfahrer oft der Meinung seien, man dürfe trotz Alkohol im Blut auf den Sattel steigen. Schon ab einer Alkoholkonzentration von mehr als 0,3 Promille und alkoholbedingten Ausfallerscheinungen oder einem Unfall liege hier eine relative Fahruntüchtigkeit vor, die unter Umständen mit einer Strafanzeige geahndet wird, so der Experte. Das sei gerade mal ein Bier. „Ab 1,6 Promille liegt generell eine absolute Fahruntüchtigkeit vor. Dann muss das Rad definitiv geschoben werden.“

Es gibt auch Situationen, da dürfe Radfahrern der Führerschein entzogen werden, erklärt Müller. „Dann ist eine medizinisch-psychologischen Untersuchung, die sogenannte MPU oder ein ,Idiotentest’, fällig, um die Befähigung zum Führen von Kraftfahrzeugen festzustellen zu lassen.“

Das Fahren auf Radwegen

Sind Radwege vorhanden und ausgeschildert, müssen sie auch benutzt werden, darauf weist der Polizeibeamte hin: „Allerdings müssen Schilder auf die Fahrtrichtung hinweisen. Und dann ist das Befahren von Radwegen nur jeweils in den gekennzeichneten Richtungen erlaubt.“ Ausnahmen sind erlaubt, wenn der Radweg nicht straßenbegleitend, nicht zumutbar oder nicht benutzbar sei.

Das Fahren mit Elektrorädern

Bei Pedelecs haben Fahrer die gleichen Rechte und Pflichten wie „einfache“ Radfahrer, wenn sie nur mit einem maximal 250 Watt starken Motor ausgerüstet sind und die elektrische Motorunterstützung auf eine Geschwindigkeit von maximal 25 km/h begrenzt wird. „In diesem Fall besteht auch keine Kennzeichen-, Haftpflichtversicherungs-, Führerschein- und Helmpflicht.“ Anders sehe es bei den E-Bikes aus, bei denen der Elektroantrieb etwa per Drehgriff gesteuert werden kann, ohne dass die Pedale betätigt werden. „Hier handelt es sich dann um ein Fahrrad mit Hilfsmotor.“

Fahren im Fußgängerbereich

In Fußgängerzonen gelte, wenn nicht ausdrücklich ein Zusatzschild angebracht sei, striktes Fahrverbot für Radfahrer. „Weist ein Schild auf die Benutzung hin, ist maximal Schrittgeschwindigkeit erlaubt“, erklärt Hans-Peter Müller.

Das Befahren des Gehweges ist, solange nicht anders gekennzeichnet, grundsätzlich verboten. Ausnahme: Kinder mit Fahrrädern, die das achte Lebensjahr noch nicht vollendet haben, müssen den Gehweg als Radweg benutzen. Kinder, die jünger als zehn sind, dürften ihn benutzen. Ab zehn Jahren gelte auch für Kinder: entweder den ausgewiesenen Radweg oder die Straße benutzen.

Mindestabstand

„Das ist immer von den örtlichen Gegebenheiten abhängig“, sagt der Polizist. Sei der Radweg oder Schutzstreifen, wie oft auf geteilten Geh- und Radwegen, nur einen Meter breit, lasse sich der eigentlich geforderte Sicherheitsabstand natürlich nicht einhalten. Grundsätzlich sollten aber alle Verkehrsteilnehmer auf genügend Sicherheitsabstand achten. Besondere Vorsicht gelte beim Vorbeifahren an parkenden Fahrzeugen, da hier jederzeit eine Fahrzeugtür unbedacht geöffnet werden könne, was zu einen Zusammenstoß führen könne.