Westfalia lädt zum Kleidermarkt

Von Daniele Giustolisi
Fashionmarkt im Westfalia-Stadion: ein Versuch des Traditionsvereins, neue Besucher anzusprechen.
Fashionmarkt im Westfalia-Stadion: ein Versuch des Traditionsvereins, neue Besucher anzusprechen.
Foto: WAZ FotoPool
Der kriselnde Oberligist sucht mit einem „Fashionmarkt“ neue Fans. Weitere Ideen sind schon in der Pipeline.

Herne.  Westfalia Herne ist nun wirklich kein Zuschauermagnet. Ins Stadion am Schloß Strünkede kommen durchschnittlich 300 Zuschauer – für einen klammen Oberligisten ist das zu wenig. Grund genug für den Verein, nach der „Apokalypse Blau“ weiter aktiv zu sein.

„Es gibt Menschen, die leben seit 40 Jahren hier und haben unser Stadion noch nie von Innen gesehen“, sagt Kerstin Horala. Die 44-Jährige ist im Westfalia-Aufsichtsrat und kam auf die Idee, einen „Fashionmarkt“ auf dem Grün zu veranstalten. „Das ist eine Aktion, um das Stadion auch mal anders zu präsentieren“. So boten am Samstag erstmals Händler gebrauchte Textilien an, auch Trödel gab es.

Über die Resonanz zeigte sie sich zufrieden. „Wir hatten guten Zulauf, und auch die Händler waren zufrieden“, resümiert Horala. Einzig das Wetter spielte nicht mit. Bei schattigen 9 Grad hielten nicht alle bis zum Abend durch, kurzerhand wurde der Markt drei Stunden vor dem regulären Ende abgebrochen. Ohnehin waren nur 25, also die Hälfte der angemeldeten Händler erschienen.

Dennoch wollen die Organisatoren weitermachen. „Die Leute haben sich gefreut, dass sie das Stadion auch mal von innen sehen durften“, sagt Horala. So soll der Fashionmarkt demnächst im Abstand von sechs bis acht Wochen stattfinden – und am Ende sollen auch die Kicker des SC Westfalia davon profitieren.

Comedy und Youngtimer

Bernd Faust, Vorstandsmitglied bei dem Fußball-Oberligisten, hat ebenfalls neue Ideen für einen höheren Bekanntheitsgrad seiner Westfalia in der Pipeline. So will er „weitere Veranstaltungen jenseits des Fußballs auf die Beine stellen“. Konkret denkt er für die Sommermonate über eine Comedy-Reihe im Stadion nach, Gespräche liefen bereits. Außerdem prüft er eine Anbindung des Stadions an das Mittelalter-Spectaculum; auf dem Grün könne etwa ein Camp für die Aussteller eingerichtet werden. Auch an ein Treffen für „Youngtimer“ – Liebhaberfahrzeuge ohne Oldtimer-Status – im Stadion denkt er nach. Das große Ziel: „Wir müssen mehr Leute anlocken – und mehr Geld reinbringen“.