Westfalia-Kiosk ist gerettet

Antonia Röder
Foto: WAZ FotoPool
Der historische Kiosk von Westfalia Herne ist gerettet: Nach einem WAZ-Bericht über das bedrohte Verkaufshäuschen meldeten sich viele Interessenten. Horst Schröder und die Mondritter erhielten nun den Zuschlag.

Herne.  E-Mails zuhauf landeten in dieser Woche im Postfach des Westfalia-Mannes Sascha Loch. Viele der Absender hatten eines gemeinsam: Sie wollten einen Besichtigungstermin arrangieren, um den vom Abriss bedrohten historischen Kiosk anzuschauen. Das Kleinod steht seit gut 20 Jahren im Stadion von Westfalia Herne, zuletzt als Verkaufsstand für Fettiges am Spieltag; nun sollte es ausgemustert werden. Auslöser für das große Interesse am bunten Büdchen war unser Artikel vom Dienstag. Loch, so berichtete die WAZ, suche einen Retter für den Kiosk. Der ist nun gefunden.

Etliche Mails und sechs Interessenten später steht fest: Die renovierungsbedürftige Seltersbude geht zurück nach Wanne-Eickel, wo sie Anfang des 20. Jahrhunderts ihren ursprünglichen Dienst offenbar verrichtet hat – um Wasser an den Bergmann zu bringen. Den Zuschlag erhielten die Lokalmatadore um Horst „Hotte“ Schröder und seine Mondritter, die am Sonntag bereits zur symbolischen Übergabe ins Stadion kamen. „Ich wollte den historischen Kiosk unbedingt sichern“, so Schröder zur WAZ.

THW transportiert Büdchen

Unabhängig von ihm waren mehrere Bewerber auf den Plan getreten, darunter auch der Kulturverein Haus Crange. Da Schröder dort Vereinsmitglied ist, habe man sich untereinander geeinigt, berichtet er. Genau sechs Interessenten haben Schröder und seine Mondritter ausgestochen, darunter einen Schornsteinfeger aus Bochum, eine Gesamtschule, einen Beirat einer Werbegemeinschaft und einen Fußballverein. Einige Interessenten hätten aufgrund der hohen Renovierungsbedürftigkeit des Kiosks bald wieder abgewunken.

„Uns war es wichtig, dass der Interessent den Abtransport so schnell wie möglich durchführt“, erklärt Loch. Den hatte Schröder bereits ins Angebot integriert: Er hatte flugs Kontakt zum Technischen Hilfswerk aufgenommen, das den Transport übernehmen will. Das THW sei es offenbar auch gewesen, das in den 70ern für den Transport der ähnlich gebauten Seltersbude, die heute dem Heimatmuseum gehört, verantwortlich zeichnete.

500-Euro-Spende

Schröder nennt es positiv, dass in dieser Angelegenheit nicht geschachert worden sei – und dass das Wasserhäuschen nun nach Wanne-Eickel dürfe. Beim Transport seien die THW-Ortsgruppen Wanne-Eickel und Herne gleichermaßen beteiligt. „Als Gegenleistung spenden wir 500 Euro an die Jugendabteilung“, so Schröder.