Wanne-Eickel grüßt den Rest der Welt im Radio

Wanne-Eickel.. Aus einem kleinen Studio hinterm Hallenbad in Wanne-Süd sendet das „Mond-Radio“ übers Internet auf alle Kontinente. Täglich von 19 bis 23 Uhr ist der Sender grundsätzlich mit Moderatoren on air. Der Älteste ist 54, der Jüngste 17 Jahre alt.

Mond-Likör, Mondnächte, Mondpalast – seit Friedel Hensch und ihre Cyprys besangen, dass Frau Luna ihre Schönheit in besonderem Maße über Wanne-Eickel entfaltet, taumelt die in den Herzen ihrer Menschen immer noch selbstständige Stadt – Herne hin, Herne her – von einer Mondsucht in die nächste.

Dass bei aller Nostalgie, von der sich der Kult nährt, technische Innovationen unter dem Mond von Wanne-Eickel nicht außen vor bleiben, beweist die vielleicht neueste Kreation: Wanne-Eickels erstes weltweit zu empfangendes Radio heißt: Mond-Radio und ist ein Internet-Radiosender. „Einfach mit dem PC ins Internet und www.mond-radio.de eingeben und schon kann man uns hören“, sagt Christian Hans (40) einer der Mond-Radio-Macher.

Ganz so einfach ist es scheinbar nicht in allen Fällen, wie der Praxistest zeigte. Er zeigte aber auch, dass man auf der Internetseite der Wanne-Eickeler recht gut angeleitet wird, und am Ende schließlich doch ans Ziel gelangt, ins Mond-Radio-Programm. Und das läuft rund um die Uhr – wenngleich an manchem Rechner – ein weiteres Ergebnis des Praxistestes – zuweilen mit kleinen Aussetzern zwischendurch.

52 Mitglieder im Radio-Verein

Trotzdem, was die 52 Mitglieder des Radio-Vereins auf die Beine gestellt haben, kann sich hören lassen. Denn erstens hat jede Technik ihre Tücken und außerdem sind sie alle keine Profis sondern Hobby-Radiomacher. Da gibt es den Lokführer, den Elektriker, den Klempner oder auch die Augenoptikerin. „Als wir uns zusammen getan haben, geschah dies, weil wir ein Lokalradio vermisst haben, das viel Musik aus der Region und unserer Stadt spielt“, erklärt Volker Lange (51). Der EDV-Spezialist zählt wie Vereinskollege Christian Hans zu den 24 Moderatoren des Mond-Radios – fast die Hälfte der Vereinsmitglieder sitzt also regelmäßig selbst vor dem Mikro des kleinen Studios in der Landgrafenstraße.

„Täglich von 19 bis 23 Uhr sind wir grundsätzlich mit Moderatoren auf Sendung. Der Älteste ist 54, der Jüngste 17 Jahre alt. Bei Gelegenheit senden wir auch außerhalb dieses Zeitrahmens ein moderiertes Programm. In der übrigen Zeit kommt die Musik vom Auto-DJ“, sagt Hans.

Und Reinhold Frank (49), ein weiterer Moderator betont: „Bei uns laufen jeden Tag auch Titel von lokalen Musikern, etwa von Hotte Schroeder und Good Vibration, Frank Lindner oder Michael Völkel.“

Klein, aber durchaus professionell

Das Studio in Wanne-Süd ist klein, macht aber einen durchaus professionellen Eindruck. Ein Eckchen, vielleicht vier Quadratmeter groß, ist abgetrennt, hat eine Tür und gewährt durch die große Glasscheibe einen Blick ins Innere – auf den Moderator und all die Gerätschaften, die man fürs Internetradio benötigt. „Wir sind ganz gut ausgestattet“, sagt Volker Lange. So um die 10 000 Euro und jede Menge Eigenarbeit habe man in die Ausstattung gesteckt. Aber auch die Bar des Vereins kann sich sehen lassen. „Bei uns wird Geselligkeit groß geschrieben und wir spielen nicht nur die Musik unserer lokalen Größen, sondern wir verstehen uns auch als Treffpunkt für alle, die Spaß an Wanne-Eickel und unserem Radio haben“, konstatiert Christian Hans. Und so sind nicht nur Musiker sporadisch im Vereinsheim zu Gast, sondern auch andere bekennende Mondstädter wie zum Beispiel die „Wanner Weiber“.

Das Internet-Radio hat den Vorteil mit relativ wenig Technik auszukommen und ist deshalb sehr mobil. So plant der Verein auf der kommenden Cranger Kirmes live aus der Kult-Drogerie Meinken zu senden und auch bei den „SchachtZeichen“ ist das Mond-Radio live dabei.

 
 

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