WAN-Kennzeichen bringt Würze in den Neujahrsempfang der SPD

Die Ratsfraktion der SPD feierte am Mittwochabend mit 250 Gästen ihren traditionellen Neujahrsempfang. Zu den Rednern zählte such der scheidende Parteichef und Bundestagsabgeordnete Gerd Bollmann.  Foto: Marcus Simaitis / WAZ FotoPool
Die Ratsfraktion der SPD feierte am Mittwochabend mit 250 Gästen ihren traditionellen Neujahrsempfang. Zu den Rednern zählte such der scheidende Parteichef und Bundestagsabgeordnete Gerd Bollmann. Foto: Marcus Simaitis / WAZ FotoPool
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Herne. Die SPD-Ratsfraktion feierte am Mittwochabend im Parkrestaurant mit 250 Gästen ihren Neujahrsempfang. Thema waren dabei u.a. auch das WAN-Kennzeichen und der Stärkungspakt.

Ein gelungener Neujahrsempfang zeichnet sich vor allem durch gutes Essen und noch bessere Gespräche aus. Gastgeber Frank Dudda gab dem Empfang „seiner“ SPD-Ratsfraktion am Mittwochabend vor 250 geladenen Gästen im Parkrestaurant aber auch noch politische Würze.

Der Appetit wird OB Horst Schiereck während der Begrüßungsrede zwar nicht vergangen sein, doch Duddas Statement zur WAN-Kennzeichen-Debatte dürfte ihm nicht unbedingt geschmeckt haben. Der SPD-Fraktions-Chef rückte nämlich vom Nein des OB zu einer Rückkehr zum WAN ab. Die SPD sehe durch die Wiedereinführung „die Einheit der Stadt als nicht gefährdet an“, so Dudda. „In aller Ruhe und Gelassenheit“ werde die Fraktion diese Frage nun diskutieren und im Februar entscheiden. „Jedenfalls der Fraktionsvorstand hat sich offen für die mögliche Einführung des WAN-Kennzeichens gezeigt“, betonte er. Doch auch das sagte Frank Dudda in Anlehnung an ein älteres Schiereck-Zitat: Eigentlich gehöre das Thema in die Rubrik „Glücklich ist die Stadt, die keine anderen Probleme hat.“

Chancen durch Stärkungspakt

Die Lösung eines „echten“ Problems könnte aus Sicht der SPD-Fraktion 2012 zumindest einen kleinen Schritt näher rücken: „Der Finanzstärkungspakt des Landes bietet unter Umständen gute Chancen, Hernes Fundament für die Zukunft deutlich zu verbessern.“ Das klang 2011 noch anders, sprich: erheblich skeptischer. Zum Jahresende seien aber „einige wesentliche Entscheidungen“ gefallen, die die Teilnahme erleichtern würden, so Dudda. Eine weitere Botschaft: Die SPD-Fraktion begrüße die Initiative der Polizei zur Bekämpfung der Alltagskriminalität und strebe einen Schulkonsens an, der möglichst im Zeichen eines Zwei-Säulen-Modells (Gymnasium sowie Sekundar- bzw. Gesamtschule) stehen soll. Und auch der Fortsetzung des Stadtumbaus widmete sich Dudda ausführlicher.

Eine Art Abschied feierte am Mittwoch Gerd Bollmann: Zum letzten Mal erhob er in diesem Rahmen seine Stimme als Parteichef. „Ich bin mir sicher, er wird unmittelbar nicht eins zu eins zu ersetzen sein“, sagte Frank Dudda. Ob der designierte Nachfolger Alexander Vogt das wohl ähnlich sieht?

Bollmann nutzte seine Rede, um sich an (bundes-)politischen Themen wie unter anderem Energiepolitik („die sagenhafteste Rolle rückwärts, die ich je erlebt habe“), Eurokrise und Konjunkturpaket II abzuarbeiten. Den stärksten Beifall erhielt er jedoch für seine vehemente Forderung nach einem Regierungsbezirk Ruhr.

Auf die Pflicht – Reden – folgte die Kür. Gemessen am Appetit der Gäste und der Intensität der Gespräche bleibt festzustellen: Es war ein gelungener Neujahrsempfang.