WAN im Rat auf der Tagesordnung

Sibyll Elbers und Horst Schröder mit Emscherbrücher im Münsteraner Naturkundemuseum
Sibyll Elbers und Horst Schröder mit Emscherbrücher im Münsteraner Naturkundemuseum
Foto: privat

NRW-Verkehrsminister Harry K. Voigstberger hat seinen grundsätzlichen Widerstand gegenüber der Wiedereinführung der alten Auto-Kennzeichen aufgegeben. Jedenfalls ließ er verlauten, dass er – wie gewünscht – dem Bundesverkehrsministerium eine Liste der NRW-Städte übermitteln werde, die ihre alten Autokennzeichen wiedereinführen wollen. Bis zum 1. April 2012 sollen alle Interessenten erfasst sein. Neben kreisangehörigen, ehemals selbstständigen Städten CAS oder WIT dürften auch WAT und WAN hoffen, sagte ein Sprecher aus Düsseldorf. WAN und WAT nehmen eine Sonderstellung ein, weil sie mittlerweile Stadtteile kreisfreier Städte (Herne und Bochum) sind. Allerdings haben WAN und WAT nur eine Chance, wenn der Bund die Zulassungsverordnung entsprechend ändert.

Mitte Dezember hatten sich die Bürgermeister von 26 NRW-Städten in Moers getroffen, eine Resolution zur Kennzeichenliberalisierung verabschiedet und sie als klare Positionierung an Voigstberger geschickt. HER/WAN-Unterschriften fehlen. „Wir waren nicht eingeladen“, lautete die Begründung aus dem Herner Rathaus. Auch die neueste Entwicklung kann Hernes OB Horst Schiereck nicht aus der Reserve locken. Über Stadtsprecher Christian Matzko ließ er der WAZ übermitteln: „Der Oberbürgermeister sieht bei der zur Zeit noch völlig diffusen Rechts- und Verfahrenslage keine Grundlage für eine Stellungnahme.“

Klare Worte dagegen von Frank Dudda, dem Vorsitzenden der SPD-Fraktion im Herner Rat: „Wir sind da für alles offen und werden Anfang des Jahres die Frage in der Fraktion ergebnisoffen erörtern und dann auch rechtzeitig Position beziehen.“ Sein Pendant von der CDU, Markus Schlüter, macht keinen Hehl aus seiner WAN-Ablehnung: „Wir können die Zeit nicht zurückdrehen. Ich fürchte, eine Wiedereinführung des WAN-Kennzeichens würde mehr spalten als versöhnen.“

Der Eickeler FDP-Bezirksvertreter Ulrich Steinharter hat in der jüngeren Vergangenheit ebenso wie sein Parteifreund Frank Leschoweski in Wanne versucht, die Bezirksvertretungen zu einer WAN-Stellungnahme zu ermutigen. Beide scheiterten am Veto von SPD und CDU – „Abwarten !“ lautete deren Devise. Steinharter: „Nun bringt unsere Ratsfraktion die Frage auf die Tagesordnung der Februarsitzung. Wir lassen nicht locker.“

Die Neuigkeiten aus Düsseldorf freuen auch den WAN-Aktivisten Hotte Schröder. Der bekennende Wanne-Eickeler kündigt an: „Ich werde Unterschriften pro WAN sammeln.“

 
 

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