Vulkan eröffnet die Hackforth-Academy

Eröffneten die Akademie:: Vulkan-Geschäftsführer Andreas Boehme, Christa Möller (Akademie), Oberbürgermeister Horst Schiereck, Inhaber Sebastian Hackforth, Canan Yerebakmaz (Akademie) und Vulkan-Personalleiterin Margarete Aufermann (v.l.)
Eröffneten die Akademie:: Vulkan-Geschäftsführer Andreas Boehme, Christa Möller (Akademie), Oberbürgermeister Horst Schiereck, Inhaber Sebastian Hackforth, Canan Yerebakmaz (Akademie) und Vulkan-Personalleiterin Margarete Aufermann (v.l.)
Foto: WAZ FotoPool
Der Kupplungsproduzent Vulkan hat gestern seine „Hackforth Academy“ offiziell eröffnet. Mit dem internen Weiterbildungsinstitut will der Konzern die betriebliche Aus- und Weiterbildung intensivieren und optimieren.

Herne/Wanne-Eickel. Der Cranger Kupplungsproduzent Vulkan hat gestern seine „Hackforth Academy“ offiziell eröffnet. Mit dem internen Weiterbildungsinstitut will der Konzern, der im Bereich der Schiffskupplungen zu den Weltmarktführern zählt, die betriebliche Aus- und Weiterbildung intensivieren und optimieren.

Die Akademie ist mehrfach ungewöhnlich. Einerseits ist Vulkan als mittelständisches Unternehmen mit dieser Art von Einrichtung ziemlich allein auf weiter Flur.

Andererseits ist die Unterbringung nicht alltäglich. Die Akademie ist ins ehemalige Wohnhaus der Familie Hackforth eingezogen, das sich direkt auf dem Betriebsgelände befindet. Die Villa wurde 1949 erbaut und bis zum Jahr 1978 in mehreren Schritten erweitert. Allerdings stand sie in den vergangenen Jahren leer. „Ich bin sehr froh, dass wir dem Haus wieder Leben einhauchen“, sagte Vulkan-Inhaber Sebastian Hackforth bei der Einweihung. Bei der Umgestaltung wurde der alte Charme bewusst erhalten. An vielen Stellen sind die Einrichtungsstile vergangener Jahrzehnte sichtbar. Gepaart wurden diese mit hochmoderner Medientechnik. Die viermonatige Kernsanierung hat nach den Worten von Sebastian Hackforth eine mittlere sechsstellige Summe gekostet. Die Mitarbeiter seien bei einem Rundgang sehr begeistert gewesen.

Die Mitarbeiter werden in Zukunft regelmäßig zu Gast sein. Aus dem ursprünglichen Ansatz, die betriebliche Ausbildung zu optimieren, habe sich schnell ein größerer Rahmen entwickelt, so Vulkan-Personalleiterin Margarete Aufermann. Es gehe darum vor dem Hintergrund des zunehmenden Fachkräftemangels zeitgemäße Konzepte des Wissenstransfers zu entwickeln und umzusetzen. Gute, qualifizierte und motivierte Mitarbeiter seien der Schlüssel zum Erfolg des Unternehmens. Das Konzept der Akademie trage entscheidend zur Zukunft des Unternehmens bei.

Neue Firmenzentrale in Planung

Für OB Horst Schiereck bedeutet die Investition ein klares Bekenntnis zum Unternehmensstandort Wanne-Eickel. Eine fundierte Ausbildung sowie die Möglichkeit der Weiterqualifizierung im eigenen Haus anbieten zu wollen, das spreche für ein stabiles Unternehmen.

Und die Investitionen in den Standort werden fortgesetzt. Das Unternehmen steckt in den Planungen für den Bau einer neuen Zentrale an der Heerstraße. In ihr sollen alle Verwaltungseinheiten zusammengezogen werden, die bislang über das komplette Gelände verstreut sind. Die Fertigstellung ist für 2015 geplant.

Interview mit Akademie-Leiterin

Der operative Betrieb der Hackforth Academy läuft bereits. WAZ-Redakteur Tobias Bolsmann sprach mit A kademie-Leiterin Christa Möller über Aufbau und Inhalte.

Welche Überlegungen gaben den Anstoß zum Aufbau der Akademie?

Möller: Ausschlaggebend war ein Blick auf die demografische Situation auf dem Fachkräftemarkt und im Unternehmen selbst. Wir sind zur Erkenntnis gekommen, dass wir ein Instrument für die systematische Personalentwicklung benötigen. Schwerpunkte liegen auf Wissenstransfer und Wissenserhalt. Vulkan möchte eigene Fachkräfte halten und sich für neue Mitarbeiter attraktiv machen.

Gab es Vorbilder für die Akademie?

Auch in mittelständischen Unternehmen setzt sich zunehmend die Einsicht durch, dass jeglicher Unternehmenserfolg von der konsequenten Umsetzung der Unternehmensstrategie im Zusammenspiel mit einer effizienten Personalförderung und Entwicklung abhängt. Im Vorfeld der Gründung haben wir uns mit anderen Mittelständlern ausgetauscht, die Erfahrungen mit Unternehmensakademien gesammelt haben. Anschließend haben wir 20 interne Experten definiert. Die haben eine methodisch-didaktische Grundausbildung erhalten, um Mitarbeiter zielgruppengerecht schulen zu können. Insgesamt haben die Vorbereitungen etwa ein Jahr in Anspruch genommen. Der operative Betrieb läuft bereits.

Wie sieht der aus?

Im Grunde genommen deklinieren wir jeden Bereich des Unternehmens durch. Das reicht von technischen Trainings über Produktschulungen bis hin zu Führungskräfteprogrammen. Ebenso haben wir für neue Mitarbeiter Kurse, die das technologische Basiswissen über Vulkan-Kupplungen vermitteln. Es gibt auch Diskussionsgruppen in englischer Sprache, in denen das branchenspezifische Vokabular trainiert wird. Wir haben den großen Vorteil, dass die Akademie auf dem Firmengelände liegt. So können wir einerseits schnell den Bedarf an Schulungen ermitteln, und andererseits kann das Gelernte schnell in den Arbeitsalltag integriert werden.

Wie sehen Sie die weitere Entwicklung der Akademie?

Wir werden zunächst die Mitarbeiter in Herne schulen, dann die Tochtergesellschaften, die wir ja auf allen Kontinenten haben, sukzessive miteinbeziehen

 
 

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