Votum für vierspurigen Umbau

Redaktion
Die Bochumer Straße soll  zunächst vierspurig bleiben. Das beschloss die Politik auf Vorschlag der SPD. Zur Entlastung der lärmgeplagten Anwohner sollen jedoch die Schienen aufgenommen und die Fahrbahn asphaltiert werden.
Die Bochumer Straße soll zunächst vierspurig bleiben. Das beschloss die Politik auf Vorschlag der SPD. Zur Entlastung der lärmgeplagten Anwohner sollen jedoch die Schienen aufgenommen und die Fahrbahn asphaltiert werden.
Foto: WAZ Fotopool
Die SPD hat sich durchgesetzt: Gegen die Stimme der Grünen votierte der Planungsausschuss für den SPD-Vorschlag zur Bochumer Straße, der zunächst einen vierspurigen Zwischenausbau vorsieht.

Herne.  Bei den anstehenden Dezernentenwahlen zeichnet sich ein rot-grüner Schulterschluss ab (siehe Seite 1), beim Streit um die Bochumer Straße gibt es dagegen keine Annäherung. Die grüne Zustimmung ist für die SPD in dieser Frage aber auch nicht erforderlich: FDP und CDU folgten am Dienstag im Planungsausschuss dem SPD-Vorschlag, der einen vierspurigen Zwischen-Umbau der Bochumer Straße vorsieht.

Zur gestrigen Sitzung hatte Manuela Lukas (SPD) noch eine „Ergänzung“ aus dem Hut gezaubert - mit der Begründung, dass man bisher offenbar falsch verstanden worden sei. Im zusätzlichen Passus heißt es, dass der Radverkehr insofern als Basisvariante zu berücksichtigen sei, als dass auf jeden Fall beim Ausbau eine Abmarkierung in beide Fahrtrichtungen erfolgen solle. Wenn dies nicht durchgängig möglich sei, solle die Stadt Alternativen vorschlagen.

Dies sei auf der Bochumer Straße nicht durchgängig möglich, konterte Rolf Ahrens (Grüne) unter Verweis auf das jüngst vorgestellte Gutachten. Der SPD-Vorstoß sei aber auch aus Kostengründen abzulehnen.

Zustimmung signalisierte dagegen Baudezernent Karlheinz Friedrichs: Die SPD-Initiative würde zu einer Verbesserung führen, gleichzeitig aber die Chance auf einen „großen“ Umbau erhalten. Diese Chance hat auch die CDU im Blick. Doch weil die Lärmbelästigung für Anwohner nicht länger zumutbar sei, so Christoph Nott (CDU), stimme man für die SPD-Variante. Wichtig sei aber, dass die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer gewährleistet sei.

Dies sei beim SPD-Vorstoß nicht der Fall, erklärte der Herner ADFC-Kreisvorsitzende Christian Ehrecke im Ausschuss. Mit seiner Stellungnahme konnte er aber weder die politische Mehrheit noch den ADFC-Bundes-Chef und SPD-Stadtverordneten Ulrich Syberg umstimmen, der sich schließlich ohne eigenen Wortbeitrag seiner Fraktion anschloss. „Ich bin enttäuscht“, sagte Ehrecke nach der Sitzung über Sybergs Abstimmungsverhalten.