Von der ewigen Stadt nach Herne

Biaggio Verrazzo verziert eine mobile Wand mit Graffiti. Sie dient als Hintergrund für das deutsch-italienische Jugendprojekt „Periferia Action“.
Biaggio Verrazzo verziert eine mobile Wand mit Graffiti. Sie dient als Hintergrund für das deutsch-italienische Jugendprojekt „Periferia Action“.
Foto: Dietmar Wäsche / WAZ Fotopool
Deutsch-italienisches Jugendprojekt „Periferia Action“ bringt junge Erwachsene aus verschiedenen sozialen Bereichen zusammen. Besuch aus Rom und Neapel wohnte im Stadtteilzentrum Pluto

Herne.  Selbstproduzierte Techno-Musik, Breakdance- und Theaterelemente vermischt zu einer 20-minütigen Straßenaufführung – das ist das Ergebnis des deutsch-italienischen Jugendprojekts „Periferia Action“.

Zehn Tage lang haben rund 50 Jugendliche zwischen 16 und 30 Jahren aus Italien und Deutschland im Stadtteilzentrum Pluto gemeinsam an ihrer Aufführung gearbeitet. Sie kommen aus Rom, Neapel, Bochum, Dortmund und Herne. Das Besondere: Im Projekt treffen sozial benachteiligte junge Menschen und solche mit höherer Ausbildung aufeinander. Zusammen entwickeln sie Ideen, tauschen sich aus und bauen gegenseitige Vorurteile ab. „Sie sollen merken, dass Kooperation und Austausch wichtig sind, um etwas zu erreichen“, sagt Initiator Daniel Ganzert.

Vorbereitung in der Heimat

Der 29-Jährige sieht sich selber als ehrenamtlichen Streetworker. Er wolle vor allem bewirken, dass die Jugendlichen selbstständiger werden. „Ich habe das Gefühl, dass die Gesellschaft – besonders die neue Generation – sehr apathisch und motivationslos ist“. Daran möchte Ganzert etwas ändern. In Zusammenarbeit mit Künstlern und Pädagogen sollen die jungen Leute angeregt werden, etwas eigenständig zu entwickeln.

Zur Vorbereitung nahmen die Teilnehmer in ihren Heimatstädten jeweils an Kunst-, Musik-, Tanz-, Theater- und Medienworkshops teil. Dort entwickelten sie unter fachkundiger Anleitung eigene Ideen für einen Auftritt. Inspirieren ließen sie sich dabei von Geschichten, die sie auf der Straße gesammelt hatten. In den vergangenen Tagen haben sie die einzelnen Fragmente aus den Stadtteilen nun zu einer einzigen Performance verknüpft.

Die Jugendlichen sind mit Eifer dabei. Der 18-Jährige Biaggio hat eine Leinwand gemalt, die als Hintergrund für die Straßenaufführung dienen soll. Sie zeigt einen Förderturm inmitten eines Ofens, umgeben von fliegenden Pizzen. „Er will mit dem Bild Italien und Deutschland zusammenbringen“, so Ganzert. Emanuele (25) aus Rom ist es ebenfalls wichtig, seinen Anteil zur Arbeit der Gruppe und zur Gesellschaft beizutragen. Er kümmert sich um die Internetseite des Projekts.

Bis zum vergangenen Sonntag haben die jungen Italiener noch im Stadtteilzentrum Pluto gewohnt, nun ging es zurück in die Heimat. Ganzerts Projekt „Periferia Action“ endet damit aber nicht. Vom 20. bis zum 28. Juli kommen sie zurück nach Deutschland, um die Ruhr Universität Bochum und die Universität Duisburg-Essen zu besuchen. Dort berichten sie dann den Studenten von ihren Stadtteilen und ihren ganz persönlichen Erfahrungen.

 
 

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