Vom Asteroiden B612 auf die Bühne

Daniel vom Bruch
„Der kleine Prinz“ in Tetiana Sarazhynskas Interpretation, mit Giampiero Piria (li.) und Markus Kiefer.
„Der kleine Prinz“ in Tetiana Sarazhynskas Interpretation, mit Giampiero Piria (li.) und Markus Kiefer.
Viel Applaus für „Der kleine Prinz“ mit Markus Kiefer und Giampiero Piria in den Flottmann-Hallen

Herne. Vom Asteroiden B612 stammt „Der kleine Prinz“, heißt es. Am Freitagabend landete er in den Flottmann-Hallen. Die beiden renommierten Ruhrgebietsschauspieler Markus Kiefer und Giampiero Piria führten das bekannteste Stück des französischen Autors Antoine de Saint-Exupéry vor einem gut gefüllten Theatersaal in den Flottmann-Hallen auf.

Viel brauchen die beiden erfahrenen Mimen nicht, um das Bühnenstück dem Publikum darzubieten. Lediglich eine große Tafel steht auf der ansonsten leeren Theaterbühne. Der Rest wird getragen vom intensiven Spiels Kiefers und der Wandlungskunst Pirias. Die beiden Schauspieler halten sich dabei strikt an die Vorlage von „Der kleine Prinz“.

Ein Stuhl wird so zum Flugzeug, mit dem der Erzähler, dargestellt von Markus Kiefer, in der Sahara abstürzt, wo er den Kleinen Prinzen trifft. Der spricht nur aus dem Off (Stimme: Marla Kiefer), lediglich der Pilot scheint den kindlichen Monarchen zu sehen. Der Kleine Prinz erzählt ihm von seinem Asteroiden, den er hegt und pflegt und von seiner Reise zu anderen Asteroiden.

Um die vielen Ziele des kleinen Prinzen darzustellen, dreht Markus Kiefer die große Tafel, sie wird zu einem steinigen Planeten. Auf diesem „Asteroiden“ befindet sich dann jeweils Giampiero Piria und stellt die verschiedenen Personen, die der Kleine Prinz auf seiner Reise traf, dar: den König in seinem fiktiven Reich, den Gondoliere aus Venedig, der Bewunderung möchte, der Russe, der trinkt, um seine Alkoholsucht zu vergessen, den Mann, der als erster die Idee hatte, die Sterne zu besitzen, den Chinesen, der die Laternen an- und ausknipst und den Geografen, der dazu rät, die Erde zu besuchen. Und dort trifft der kleine Prinz dann auf den Mann, der in der Sahara mit dem Flugzeug abstürzte.

Ganz still war es die ganze Zeit im Theatersaal, Markus Kiefer beeindruckte mit seinem intensiven Spiel und dem Talent, etwas nicht Vorhandenes wie etwa die sandige Wüste, alleine durch seine Darstellungskunst anschaulich zu machen. Erst am Ende brandete Applaus auf.