Völlig losgelöst

Bernd Nickel
Walk Act beim Nightlightdinner in Herne
Walk Act beim Nightlightdinner in Herne
Foto: Stadt Herne

400 Bierzelt-Garnituren verwandeln die Herner Bahnhofstraße am Freitag ab 19 Uhr einmal mehr in die längste Picknicktafel des Reviers.

Das Nightlight-Dinner ist bei den Bürgern vor allem beliebt, weil sie ihre eigenen Speisen und Getränke mitbringen dürfen. Reservierungen sind nicht nötig – einfach kommen und Platz nehmen. Ob die 1200 Sitzplätze denn am Ende reichen, wird nicht zuletzt vom Wetter abhängen. Angesagt ist ein durchwachsener Mix, bei dem es warm bleiben soll, aber nicht unbedingt trocken. Eines gibt es garantiert: jede Menge Unterhaltung auf acht Bühnen mit viel Musik und Walkacts. Der Leiter des städtischen Fachbereichs Kultur, Peter Weber erläutert: „Wir präsentieren unser Nightlight-Dinner in diesem Jahr erstmals losgelöst vom Boulevardfest und vom Winzerfest und erhoffen uns davon eine weitere Belebung für die Herner City.“

Während des Picknicks markieren der Platz am City-Center und der Robert-Brauner-Platz die Endpunkte der Festtafel. „Es dürfte sogar an beiden Seiten etwas darüber hinaus gehen“, sagt Veranstaltungskoordinatorin Claudia Stipp vom Kulturbüro. Auf jeden Fall sind auf diesen beiden Plätzen die zwei großen Bühnen des Abends platziert, auf denen neben sechs weiteren kleineren Bühnen entlang der Tafelstrecke Bands und Einzelkünstler auftreten werden. Dazu zählen das Elmar Dissinger Trio, das Salonorchester Cantabile, die Blue Shadows oder auch das Quartetto Amore. Weber: „Alles in allem ist es das bewährte Format mit einer musikalisch eher ruhigen Atmosphäre.“ Neben den Musikern sorgen einige Walkacts für ein bisschen komödiantische Unruhe – etwa die Männer vom „Privaten Sicherheitsdienst“, die sehenswerte „Leoparden-Olga“ oder die Klofrauen vom Theater Pikante.

Mit im Boot ist einmal mehr die IG City und die Gastronomie der TGG. Letztere wird dafür sorgen, dass auch wer den Picknick-Korb vergessen hat, nicht hungrig und durstig bleibt. TGG-Chef Ulrich van Dillen: „Wir bieten hervorragende Speisen zu kleinen Preisen und Getränke sind so teuer wie vor zehn Jahren.“

Insgesamt elf Vereine und Institutionen haben ihre Teilnahme am Nightlight-Dinner zugesagt, darunter auch drei Migranten-Organisationen. Im nächsten Jahr sollen es deutlich mehr werden, kündigt Muzaffer Oruc vo Integrationsrat an: „In diesem Jahr liegt der Termin schlecht. Die Muslime haben Ramadan und am Freitag ist noch ein sehr hoher Feiertag – vergleichbar mit Heiligabend bei den Christen.“