Vielseitiges Orchester

„Romantische Dialoge", ein Konzert zum Europatag mit den Herne Symphonikern
„Romantische Dialoge", ein Konzert zum Europatag mit den Herne Symphonikern
Foto: Haenisch / waz fotopool
Das Orchester präsentierte zum Europatag„Romantische Dialoge“.

Herne..  „Romantische Dialoge“ zum Europatag präsentierten Pianist Stepan Simonian und die Herner Symphoniker mit Werken von Ludwig van Beethoven und Robert Schumann am Sonntagabend im KuZ.

Die Spannung ist groß im fast ausverkauften Kulturzentrum, als die Herner Symphoniker mit unheilschwangeren Schicksalsakkorden in markantem Rhythmus die Ouvertüre zum Trauerspiel „Egmont“ f-Moll op. 84 von Ludwig van Beethoven einleiten. Verhaltene Melodien wechseln mit drängenden Streichermotiven, deren steigende Spannung die Herner Symphoniker unter der Leitung von Elmar Witt differenziert und nuancenreich in ihrem mitreißenden Spiel hervorheben und so die Geschichte des flämischen Freiheitskämpfers Egmont gegen die spanisch-habsburgischen Machthaber lebendig werden lassen.

Dialog mit dem Pianisten

Kontraste und Entwicklungsprozesse prägen auch die Interpretation von Beethovens Konzert für Klavier und Orchester Nr. 3 c-Moll op. 37. Nach dem fanalartig mahnenden Auftakt stellt Stepan Simonian in klarem, markantem Anschlag und frischer, wie selbstverständlicher Formgebung das Klavierthema vor, in das sich die Herner Symphoniker unbeschwert einklinken, um dann in einen gleichberechtigten Dialog mit dem Pianisten zu treten. Bebend-vibrierende Streicher und kurze Bläserakkorde akzentuieren einen dramatischen Entwicklungsprozess, der nach einer virtuosen Kadenz Stepan Simonians in das Hauptthema einmündet. Klare Konturen und Ausdrucksnuancen charakterisieren auch Simonians Interpretation des Largo; ruhige, verhalten flutende innige Melodien von ergreifender Eindringlichkeit prägen den Orchesterpart, dessen Steigerungsprozesse immer wieder durch virtuose Klavierkadenzen verzögert werden. Tänzerische Rhythmen im Wechselspiel von Klavier und Orchester entwickeln sich im Schlusssatz zu dramatisch-eruptiver Kraft.

Ihre Vielseitigkeit, mit der sie unter dem differenzierten Dirigat von Elmar Witt den unterschiedlichen Charakter der Sätze betonen, können die Herner Symphoniker in Robert Schumanns Rheinischer Sinfonie Nr. 3 Es-Dur op. 97 unter Beweis stellen: Entwicklungsprozesse interpretieren sie ebenso stilsicher wie träumerisch-verhaltene Melodien und feierliche Weisen in dunklen Klangfarben, bis das Werk in ungezwungen-kraftvoller Emphase ausklingt.

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