Verhandlung über Extraschicht der Müllabfuhr

Herne. Schieben die Müllwerker in den kommenden Tagen Extraschichten, um den Müllbergen Herr zu werden? Darüber verhandeln Entsorgung Herne und der Personalrat. Die Gespräche sind nicht einfach.

Hintergrund: Wegen des Schnees konnten Tonnen in den vergangenen Wochen nicht oder nur verspätet geleert werden. Die Folgen sind noch immer, nun fast eine Woche nach Einsetzen des Tauwetters, sichtbar: Vielerorts stapeln sich neben Mülltonnen die Säcke mit Unrat, die Männer in Orange kommen kaum nach. Vielen Bürgern „stinkt’s“ deshalb.

Bernd Westemeyer, Chef von Entsorgung Herne, will den Müll deshalb endlich vom Tisch haben. Sein Ziel, so Westemeyer gegenüber der WAZ: Bis Ende der Woche soll der überzählige Restmüll von den Straßen verschwinden. Dafür freilich reichten die rund 60 Müllwerker, die montags bis freitags in neun Revieren acht Stunden täglich Tonnen leerten, nicht aus. Deshalb fordert er von seinen Leuten Überstunden. Entweder arbeiteten sie von Mittwoch bis Freitag täglich eine Stunde länger oder sie schöben am Samstag eine Extraschicht ein, so sein Vorschlag.

Vorschlag deshalb, weil Westemeyer als Chef der städtischen Tochter in diesem Fall keine Dienstanweisung geben darf. Er braucht die Zustimmung des Personalrats. Und dieser hatte Westemeyers Vorstoß zu einer Extraschicht am vergangenen Samstag bereits einmal abgelehnt – um am morgigen Mittwoch in Ruhe über das Thema zu reden.

Für die Gespräche signalisiert der Personalrat entgegenkommen. Der überzählige Müll müsse endlich verschwinden, sagt auch Dieter Fregin, Chef des Personalrats. Um anzufügen: „Wir werden eine Lösung finden.“

Freilich „nicht aus dem Bauch heraus“, stellt er klar. Die Müllwerker hätten bei Eis und Schnee wochenlang eine gute Leistung gebracht – und seien nun „fertig“. Leichtfertig wolle sie die Mitarbeitervertretung deshalb nicht Überstunden schieben lassen.

Zunächst will Fregin die Teams befragen, wie die Lage draußen aussieht – und dann eine Lösung finden. Möglich sei auch, dass Kollegen, die weniger zu tun hätten, in stark belasteten Revieren aushelfen.

 
 

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