Verein Ruhrwerk spendiert Jugendlichen Cajóns und Unterricht

Christian Ribbe (li.) mit Iris Stiebling und Cordula Klinger-Bischof vom Verein Ruhrwerk (v.l.) und Jugendlichen beim Cajón-Bau.
Christian Ribbe (li.) mit Iris Stiebling und Cordula Klinger-Bischof vom Verein Ruhrwerk (v.l.) und Jugendlichen beim Cajón-Bau.
Foto: WAZ FotoPool
Der Herner Verein finanziert den Trommelbau für 20 Jungen und Mädchen, aufgeteilt in drei Gruppen. Wer nach der Fertigstellung der Cajóns Lust bekommen hat, damit Musik zu machen, ist eingeladen, nach den Sommerferien für ein Jahr einen Percussion-Kurs zu besuchen.

Herne..  Seit zwei Stunden wird im Keller der Grundschule Overwegstraße, gleich neben der Musikschule, mit Holz gewerkelt. Sieben Jugendliche stecken vorgefertigte Holzplatten in einander, es riecht nach Leim. Torsten und Jan sind fast fertig und sitzen auf ihren Kisten, die nicht gleich als Trommeln zu erkennen sind. „Das sind Cajóns“, klärt Jan auf. „Die Engländer haben den Südamerikanern die Instrumente weggenommen, da mussten sie sich aus Obstkisten welche bauen.“

Musikschulleiter Christian Ribbe, selbst mit Werkzeugen und Leim bei der Arbeit, nickt. Er begleitet die sieben Jugendlichen zwischen 12 und 17 beim Instrumentenbau. Sie leben im Evangelischen Kinderheim. Das ist auch der Grund, warum ihnen der Verein Ruhrwerk den Workshop spendiert hat. Denn die Jugendlichen müssen für den Trommelbau und den anschließenden Kurs nichts bezahlen. Der Herner Verein finanziert das Trommelprojekt für 20 Jungen und Mädchen, aufgeteilt in drei Gruppen. Wer nach der Fertigstellung der Cajóns dann Lust bekommen hat, damit Musik zu machen, ist eingeladen, nach den Sommerferien für ein Jahr einen Percussion-Kurs zu besuchen.

„Die Kinder haben sonst keinen Zugang zur Musikschule“, begründen Iris Stiebling und Cordula Klinger-Bischof die Auswahl. Zuschüsse gebe es für die Bewohner des Kinderheims nicht, und die Eltern könnten sich die Kurse oft nicht leisten. „Außerdem haben sie es ganz nah zur Musikschule.“

10 000 Euro stehen für dieses lokale Projekt bereit. Es ist eines von mehreren: Das Ruhrwerk finanziert auch Reitstunden für Kinder mit Handicap, eine Tanztherapie an der Paul-Klee-Schule und ein Nachhilfeprojekt bei Study Arts.

Christian Ribbe, erfahren im Cajón-Bau und -Unterricht, ist auch als Musiker von dem Projekt überzeugt. „In den letzten Jahrhunderten sind die Menschen hier im Westen eher rhythmisch verkrüppelt“, findet er. Dabei sei der Rhythmus „das wichtigste Parameter in der Musik.“

 
 

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