Veranstalter sorgt sich um Schlager-Open-Air in Wanne-Eickel

Foto: WR/Franz Luthe

Wanne-Eickel. Steht nach dem drohenden Aus des Sechs-Tage-Rennens nun auch die Premiere des Schlager-Open-Airs im September auf der Kippe? Der Veranstalter sorgt sich, die Stadt zeigt sich entspannt.

Veranstalter Lothar Siegel hat nach dem Hickhack um das Rad-Spektakel im April (die WAZ berichtete) nun „arge Bauchschmerzen“. Im kommenden Monat will der Dinslakener entscheiden, ob er „die Reißleine ziehen“ muss.

Auch bei ihm gilt: Die Verträge für das Open-Air am Samstag, 3. September, sind geschlossen, die Künstler fest gebucht. Mittlerweile habe die Stadt den Anforderungskatalog an die Veranstaltung erhöht, klagt Siegel gegenüber der WAZ. Statt der ursprünglich vereinbarten maximalen Besucherzahl von 30 000 Menschen dürften es nun beispielsweise nur noch 20 000 sein. Außerdem gelte es, die hohe Hürde „Lärmschutz“ zu überspringen. Die Stadt, meint Siegel, hätte ihm gegenüber im Vorfeld „mehr ins Detail gehen müssen“.

Wie die Veranstalter des Sechs-Tage-Rennens hat auch der Chef der Markt & More Veranstaltungsgesellschaft noch keine Baugenehmigung. Bis kommenden Monat, sagt Siegel, will er aber alle erforderlichen Unterlagen zusammen haben und bei der Stadt abliefern: „Wir machen unsere Hausaufgaben.“ Gebe es dann kein grünes Licht, stellt Siegel aber zugleich klar, will er besagte Reißleine ziehen. Für Stadt und Stadtmarketing Herne, warnt er Ordnungsbehörde und Flächenbesitzer, wäre das Areal am Kanal außerhalb der Kirmeszeit „dann nicht mehr zu vermarkten“.

Sechs-Tage-Rennen:Ausstieg abgeklopft

Die Angesprochenen geben sich entspannt. Die Gespräche mit dem Veranstalter des Schlager-Open-Airs, sagt der städtische Baudezernent Jan Terhoeven, hätten eine „ganz andere Qualität“ als jene mit dem Veranstalter des Sechs-Tage-Rennens. Der Beigeordnete geht davon aus, dass alle für die Genehmigung erforderlichen Unterlagen von Markt & More rechtzeitig eintreffen. Ähnlich äußert sich Holger Wennrich, Chef von Stadtmarketing Herne. Das Genehmigungsverfahren laufe nach Plan, „wir unterstützen den Veranstalter“. Kurz: „Wir sind sicher, dass die Veranstaltung stattfindet“.

Und das Sechs-Tage-Rennen? Stadtmarketing hat den Gladbecker Veranstalter Michael Zurhausen noch einmal zu Gesprächen eingeladen. Hinter den Kulissen aber wird ein Ausstieg abgeklopft. Nach WAZ-Informationen prüft Zurhausen juristische Schritte für den Fall des Scheiterns in Crange. Nicht zuletzt schaut er sich nach alternativen Standorten um, darunter in Gelsenkirchen. Letzteres bestätigt die Stadt Gelsenkirchen. Ein Sprecher stellt aber klar: „Bei uns gelten die selben Auflagen wie in Herne.“ Außerdem wolle Gelsenkirchen „keine Veranstaltung einer befreundeten Kommune räubern“.

 
 

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