UPS prüft Millionen-Investition in Herne

Ein Blick ins UPS-Center auf Friedrich der Große in Herne. Der US-Paketzusteller überlegt, dort kräftig auszubauen.
Ein Blick ins UPS-Center auf Friedrich der Große in Herne. Der US-Paketzusteller überlegt, dort kräftig auszubauen.
Foto: Gero Helm / WAZ FotoPool
UPS prüft einen kräftigen Ausbau des Standorts Herne. Hunderte neue Jobs wären die Folge, heißt es bei der Wirtschaftsförderungsgesellschaft.

Herne..  Werden in Herne Hunderte neue Jobs geschaffen? Fakt ist: Der Paketzusteller UPS will sein Europa-Geschäft kräftig ausbauen. Dabei, sagt Jürgen Grollmann, Chef der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Herne (WFG), schaue das Unternehmen „mit hoher Priorität“ nach Herne.

Zum Hintergrund: Auf Friedrich der Große in Börnig betreibt UPS ein Paketzentrum mit 1200 Mitarbeitern. Laut Grollmann überlegt UPS, den Standort kräftig zu erweitern. Im Gespräch seien aber auch andere Standorte in Europa. Und doch: „Wir rechnen uns gute Chancen aus“, so der WFG-Chef.

Das UPS-Center, so der offizielle Name, wurde 1986 auf einer Fläche von 60 000 Quadratmetern in dem Industriegebiet Friedrich der Große an der A42 in Betrieb genommen. In mehreren Schichten wurden dort zuletzt täglich 25 000 Pakete zugestellt und 22 000 abgeholt. Auf die Reise geschickt werden sie von Herne aus mit den bekannten schokobraunen Lieferwagen.

Laut WFG-Chef Grollmann stehe in Börnig sogar eine Verdoppelung der Fläche im Raum. Die neuen Jobs, die entstünden, könne die Stadt gut gebrauchen, außerdem würde der Logistikstandort Herne gestärkt. Kurz: Eine Ansiedlung wäre „ein Riesengewinn“.

Noch prüfe UPS weitere Standorte. Herne habe aber nicht zuletzt wegen der guten Lage mitten im Ruhrgebiet gute Chancen auf einen Zuschlag. UPS wolle bei der Prüfung das komplette Baugenehmigungsverfahren durchlaufen, um einen Überblick etwa über die Kosten zu erhalten. Er rechnet mit einer Entscheidung des US-Unternehmens noch in 2015.

„Äußerst positiv“ nennt auch Frank Dudda, SPD-Fraktionschef und OB-Kandidat, die Entwicklung. Im Falle eines Zuschlags stünde eine Investition von rund 80 Millionen Euro und die Schaffung von 300 zusätzlichen Jobs im Raum, sagt er zur WAZ. Das würde der Herner Arbeitswelt „sehr, sehr gut tun“. Vor allem auch deshalb, weil UPS „deutlich über dem Mindestlohn“ zahle. Gebe es grünes Licht, müsse aber auch das Thema Lärmschutz für die Anwohner auf die Agenda, betont er.

Und was sagt UPS? „Die Überlegungen, in Herne zu investieren, sind vorhanden“, so UPS-Sprecher Holger Ostwald zur WAZ. Allerdings werde „zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Investitionsentscheidung getroffen“. Nur so viel: UPS habe 2014 bekannt gegeben, in den kommenden drei- bis fünf Jahren eine Milliarde Euro in die UPS -Infrastruktur in Europa zu investieren – „einen Großteil in Deutschland“.

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