Unternehmen in Herne berät bundesweit Krankenhäuser

Dr. Kirstin Börchers hat sich vor zehn Jahren mit ihrer Unternehmensberatung selbstständig gemacht und gehört nun zu den Marktführern.
Dr. Kirstin Börchers hat sich vor zehn Jahren mit ihrer Unternehmensberatung selbstständig gemacht und gehört nun zu den Marktführern.
Foto: Rainer Raffalski
Seit zehn Jahren berät "QM Börchers Consulting" Ärzte, Krankenhäuser und weitere Einrichtungen im Gesundheitswesen. Deutschlandweit deckt das Unternehmen von Dr. Kirstin Börcher mögliche Schwachstellen auf. Dafür arbeiten insgesamt fünf fest angestellte Mitarbeiter im Herner Unternehmen.

Herne.. Ob ein verwechselter Patient oder ein Instrument, das nach der Operation im Körper des Patienten vergessen wurde: Fehler im Gesundheitssystem erregen Aufsehen - auch in Herne gab es in der Vergangenheit ein paar Fälle. Doch womöglich könnte ein guter Teil dieser Fehler, die teilweise hohe Regressansprüche nach sich ziehen, vermieden werden. Wenn die Kliniken entsprechend vorbeugen.

Die Instrumente dafür heißen Risiko- und Qualitätsmanagement. Wie man sie einführt und umsetzt, weiß Dr. Kirstin Börchers. Seit zehn Jahren berät sie mit ihrem Unternehmen „QM Börchers Consulting“ Ärzte, Krankenhäuser und weitere Einrichtungen im Gesundheitswesen in ganz Deutschland. „Mit unserer Spezialisierung zählen wir bundesweit zu den Marktführern“, sagt Börchers.

Und in diesem Markt sieht Börchers Potenzial für weiteres Wachstum. Hintergrund ist unter anderem das Patientenrechtegesetz, das im vergangenen Jahr verabschiedet wurde und das - der Name sagt es - die Rechte der Patienten stärken soll. Börchers nennt ein Beispiel: Ein Patient hatte sich an einem Röntgengerät verletzt. Bei der Suche nach der Ursache stieß Börchers auf die Tatsache, dass jemand das Gerät bediente, der sich nicht gut genug damit auskannte.

Datei mit Schadensfällen

Um mögliche Schwachstellen aufzudecken, verfügt das Unternehmen, das mit fünf fest angestellten Mitarbeitern an der Bochumer Straße sitzt, über eine Datei mit sämtlichen Schadensfällen aus den vergangenen Jahren. „Vorbeugen kann man dadurch, indem man zum Beispiel schon die Beinahefehler meldet und einen Risikokatalog entwickelt“, beschreibt Börchers einen Teil ihrer Arbeit.

Ein anderer Teil beschäftigt sich mit der Qualität, aber auch mit der Effizienzsteigerung. Noch ein Beispiel: Bei einem Operationssaal in einem Krankenhaus dauerte die Wartezeit zwischen zwei Operationen mit etwa einer Stunde viel zu lange. Börchers und ihr Team schauten sich alle Abläufe an und gingen den Weg des Patienten buchstäblich selbst mit, um die Ursache zu finden. In diesem Fall dauerte die Reinigung zu lange. Börchers entwickelte neue Abläufe und senkte die Wartezeit auf zehn Minuten.

Stellt sich die Frage, ob Optimierung zugleich Einsparung - etwa beim Personal - bedeutet. Börchers Antwort lautet Nein. Die Effizienzsteigerung könne dazu führen, dass die gewonnene Zeit für eine bessere Patientenversorgung genutzt werde oder dass Personal sogar eingestellt werde.

 
 

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