Überwältigende Hilfsbereitschaft nach Berichterstattung

Gut gelaufen ist die Hilfsaktion für Claudia und Karl-Heinz Zielberg.
Gut gelaufen ist die Hilfsaktion für Claudia und Karl-Heinz Zielberg.
Foto: WAZ FotoPool
Das Ehepaar Zielberg freut sich über unzählige Angebote von unseren Lesern. Auch Geldspenden sind darunter. Wir überbrachten sie gestern in der inzwischen tapezierten Wohnung an der Bielefelder Straße.

Herne. Für Claudia und Karl-Heinz Zielberg hätte das neue Leben in Herne nicht schlechter anfangen und nicht besser weitergehen können: Die contergangeschädigte Rollstuhlfahrerin und der schwer asthmakranke Rentner fühlten sich von der Stadt ziemlich im Stich gelassen und wurden daraufhin von solidarischen Mitbürgern dermaßen unterstützt, dass ihnen fast die Worte fehlen.

„Mit einer solchen Welle der Hilfsbereitschaft nach dem Artikel in der WAZ haben wir nicht gerechnet“, freut sich Claudia Zielberg. Sie kann es immer noch kaum fassen. Das Telefon habe tagelang nicht stillgestanden, noch immer riefen Mitmenschen an, die helfen wollten. Sei es mit Möbeln, mit Lebensmitteln oder Gebrauchsgegenständen. „Wir hätten einen Second-Hand-Laden aufmachen können, wenn wir alle Geschenke angenommen hätten“, lacht die 47-Jährige.

Auch Geldspenden gingen ein, die brachten zwei Leserinnen persönlich in die Redaktion. Wir leiteten das Geld jetzt an das hilfsbedürftige Paar weiter. Inzwischen sieht es in der Wohnung an der Bielefelder Straße schon etwas angenehmer aus. Ein Freund der Beiden hat die Wände tapeziert, ein freundlicher Spender, der bei einer Baumarktkette arbeitet, hatte die Tapeten samt Kleister und Tapeziertisch von seinem Arbeitgeber kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen.

Ein Weichholzschrank macht das Wohnzimmer schon etwas gemütlicher. Bald sollen auch der geschenkte Schrank und die Sitzgarnitur aufgestellt werden. Auch auf die neue (gebrauchte) Küche, den Schlafzimmerschrank und weitere Möbel freuen sich die Zielbergs.

Mit dem Sozialamt haben sie aber immer noch ein Problem, „wegen eines einzigen Formulars, das noch fehlt“, erklärt Claudia Zielberg. Und solange wolle die Stadt weder die Miet- noch die monatlichen Heizungskosten bezahlen.

Die Zielbergs setzen jetzt auf eine engagierte Frau, die sich bereit erklärt hat, ihnen beim Behördenkram zu helfen. „Die kennt sich da aus, ist in dem Bereich qualifiziert.“

Das Ehepaar ist begeistert von der Welle des Mitgefühls: „Wir kommen aus Hessen, hier im Ruhrgebiet scheint so etwas viel selbstverständlicher zu sein“, sagt Claudia Zielberg. Jetzt stehe ein angenehmes Weihnachtsfest vor der Tür, sagt sie zum Abschied und ergänzt: „Vergessen Sie nicht, den Lesern für ihre tolle Anteilnahme zu danken. Das war wirklich überwältigend!“

 
 

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